Zusatzfutter

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Öle (Fette)

Als Ölzugabe für das gewohnte Futter eignen sich kaltgepresste Öle. Zum Beispiel Leinöl, Distelöl, Weizenkeimöl oder Sonnenblumenöl. Üblicherweise gibt man hiervon täglich 50-70 ml dem Futter bei (je nach Pferdegröße). Kaltgepresste Öle sorgen für ein samtiges Fell und sie dienen der Zunahme von Körpergewicht bei untergewichtigen Pferden. Auch nach einer schweren Krankheit ist es sinnvoll für eine Weile ein kaltgepresstes Öl zu geben.

Kräuter

Kräuter sind ein wichtiger Bestandteil in der Pferdeernährung. Durch die industrialisierte Landwirtschaft sind die Kräutervielfalt auf den Weiden und Wiesen deutlich zurück gegangen. Dies hängt unter anderem mit der Übersäuerung der Böden zusammen. Stark phosphorhaltige Dünger sorgen dafür, dass die Artenvielfalt der Kräuter stark beeinträchtigt wird. Eine Kräuterzugabe für das Krippenfutter ist daher sinnvoll und zweckmäßig, da dies den ursprünglichen Bedürfnissen der Pferde entgegen kommt.

  • Zu den giftigen Kräutern gehören: Gundermann, Stechapfel, Osterluzei, Giftlattich, Eisenhut, Besenginster, Bingelkraut, Kreuzkraut, Tollkirsche, Nachtschatten, Fingerhut,usw.
  • Zu den gesundheitsfördernden Kräutern gehören: Bärlauch, Löwenzahn, Brennessel, Labkraut, Hagebutte, Goldrute, Ringelblume, Dostkraut, Fenchel, Hauhechel, Weißdorn, usw.

Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte

  • Karotten: Schmackhaftes Saftfutter mit hohem ß-Carotin Gehalt. Wirken appetitanregend und dürfen in einer Menge von 2kg je 100kg-Körpergewicht pro Tag verfüttert werden.
  • Grüner Salat: Reich an Vitamin C. Kann in großen Mengen verfüttert werden und ist gut verträglich.
  • Alle Kohlarten: Reich an Vitamin C. Kann zu Gasbildung im Magen-Darm-Trakt führen. Deswegen nur in kleinen Mengen verfüttern.
  • Rote Beete: Reich an Eisen und Folsäure. Kann auch in größeren Mengen gegeben werden.
  • Äpfel: Reich an Vitamin C. Darf in Mengen bis zu 1kg pro 100kg-Körpergewicht pro Tag verfüttert werden.
  • Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche,etc.: Ungeeignet für Pferde.
  • Brassica-Rüben (auch Steckrüben oder Stoppelrüben genannt): Nicht mehr als 2 kg pro Tag geben, da diese Schilddrüsenüberfunktion hervorrufen können.
  • Beta-Rübe : Kann man bis zu 4 kg pro Tag verfüttern.
  • Kartoffeln: Dürfen nur gekocht verfüttert werden, da rohe Kartoffeln sehr viel giftiges Solanin enthalten. Bis zu 5 kg gekochte Kartoffeln darf man täglich verfüttern. Kartoffeln sind eiweißarm und daher für hautempfindliche Pferde geeignet. Sie enthalten viel Vitamin C und auch viel B-Vitamine.
  • Maniok: Wird aus tropischen Ländern importiert und ist allein durch seine Ökobilanz nicht empfehlenswert. Maniok weist eine geringe Verdaulichkeit auf, doch diese lässt sich durch hydrothermische Behandlung verbessern.
  • Hülsenfrüchte: Hülsenfrüchte wie z. B. Sojabohnen, Ackerbohnen, Erbsen, Süsslupinen, usw. enthalten sehr viel Eiweiß und sind daher für Arbeitspferde in geringem Maße empfehlenswert. Hülsenfrüchte darf man höchstens 0,1 kg pro 100kg-Körpergewicht am Tag verfüttern, da sie zur Gasbildung im Magen-Darm-Trakt führen. Manche Pferde dürfen überhaupt keine Hülsenfrüchte bekommen, da die Gasbildung zu stark ist. Hülsenfrüchte sollten auch für Pferde mindestens 1 Stunde gekocht werden.

Leinsamen

Leinsamen enthalten viel Öl- und Linolsäure, Eiweiß, Schleimstoffe, Selen und auch giftige blausäurehaltige Glykoside, die bei Feuchtigkeit durch die Aktivität des Enzyms Linase die Blausäure abgeben. Bis zu 100 Gramm Leinsamen täglich darf man ungekocht verfüttern. Bei größeren Mengen sollten die Leinsamen kurz gekocht werden (Wasser aufkochen, Herd ausstellen, erst dann Leinsamen ins heiße Wasser geben und ein paar Minuten ganz sanft köcheln lassen- fertig). Durch Hitze wird nämlich die Linase unschädlich gemacht.

  • Will man eine positive Wirkung für das Fell erreichen, müssen vor der Fütterung die Leinsamen über Nacht eingeweicht werden, gekocht werden oder die Samen werden vorher geschrotet. Dadurch können die Samen optimal verdaut werden.
  • Möchte man eine besänftigende Wirkung der Magen-Darm-Schleimhäute erreichen, so sollte man die Samen vor der Fütterung über Nacht einweichen und die gesamte Masse am nächsten Morgen unter das gewohnte Futter geben.

Bierhefe

  • Bäckerhefe enthält lebende Hefekulturen und darf auch an Pferde verfüttert werden. Es dürfen auf keinen Fall mehr als 2 Gramm pro 100kg-Körpergewicht verfüttert werden, da es sonst zu einer verstärkten Gasbildung im Magen-Darm-Trakt führen kann. Bei Pilzerkrankungen im Magen und Darm dürfen keine Bäckerhefe verfüttert werden, da Pilze sich von Bäckerhefe nähren.
  • Getrocknete Bierhefe enthält ca. 50 % Eiweiß und sehr viele B-Vitamine. Es wird verfüttert bei Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit und bei Schädigungen der Darmflora. Getrocknete Bierhefe wirkt präbiotisch (nicht probiotisch). Es enthält also keine aktiven Milchsäurebakterien, dafür sorgt Bierhefe aber dafür, das Milchsäurebakterien im Dickdarm leichter gebildet werden können. Von Bierhefe dürfen 50-500 Gramm täglich verfüttert werden.


Weizenkleie

Weizenkleie enthält sehr viel Zink und Selen und wirkt außerdem leicht abführend. Diese Spurenelemente sind in den meistens Heusorten nur vermindert enthalten. Dies hat unter anderem auch etwas mit der starken Überdüngung und Übersäuerung der Böden zu tun. Deswegen ist die Zugabe von Weizenkleie durchaus sinnvoll. Allerdings sollte man hiervon nicht mehr als 300-500 Gramm täglich geben, je nach Pferdegröße. Weizenkleie enthält nämlich extrem viel Phosphor und sollte deswegen mit calciumhaltigen Futtermitteln zusammen verfüttert werden. Hierzu kommen in Frage: Kohlensaurer Futterkalk, synthetisches Mineralfutter mit hohem Calciumanteil oder riesigen Mengen calciumreichen Heus. Weizenkleie sollte immer angefeuchtet verfüttert werden und bei zusätzlicher Getreidefütterung sollte grundsätzlich nicht auf ein zusätzliches calciumhaltiges Futtermittel verzichtet werden.

  • 1 kg Weizenkleie enthält mindestens 600 mcg Selen und 133 mcg Zink.


Futterkalk (Kohlensaurer Kalk)

Futterkalk (Calciumcarbonat mit 36 % Calcium) ist ein natürlicher Stoff der aus Kalkstein abgebaut wird. In seltenen Fällen wird Futterkalk auch aus Knochen, Korallen, Muscheln, Krebstieren und Zähnen hergestellt. Er wird verfüttert um das Grundfutter mit Calcium anzureichern. Calciumarm werden Pferde ernährt, wenn sie gefüttert werden mit wenig Heu, mit viel Silage, Getreide, Weizenkleie oder mit calciumarmen Weidegras oder Heu. Was viel oder wenig ist siehe oben in den Beschreibungen.


Seetang (Algen)

Es gibt verschiedene Algenarten die man als zusätzliches Mineralfutter verfüttern kann. Algen enthalten sehr viel Spurenelemente und Mineralstoffe und dienen als Beigabe für das Krippenfutter. Grob unterscheiden kann man Algen in jodhaltige und nichtjodhaltige. Nichtjodhaltige Algen darf man einem Pferd pro Tag 20-100 Gramm verfüttern, bei den jodhaltigen Algen dürfen maximal 5-15 Gramm pro Tag verfüttert werden (je nach Pferdegröße). Die jodhaltigen Algen enthalten so viel Jod, das es zu Funktionsstörungen der Schilddrüse führen kann. Nichtjodhaltige Algen sind zum Beispiel: Spirulina, Chlorella,usw.


Salz

Beim Salz für Pferde sollte man nicht geizen. Empfehlenswert sind alle ungebleichten, unbehandelten Salze ohne jegliche chemischen Zusätze. Zum Beispiel Himalayasalz oder unbehandeltes Meersalz, Steinsalz oder Viehsalz.