Weidehusten

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Weidehusten

Beim Weidehusten (auch SPAOPD genannt) handelt es sich um eine asthmatische Atemwegserkrankung der Pferde. Es ist eine nichtinfektiöse Erkrankung der Atemwege. Die Bronchiolen der Atemwege entzünden sich, sie verschleimen und das Pferd wird in der Atmung stark eingeschränkt. Auch Verkrampfungen treten auf. Ein Sauerstoffmangel ist die Folge. Die Pferde bekommen schlecht Luft und sind körperlich nicht mehr belastbar. Auch das Herz des Pferdes kann durch den Sauerstoffmangel in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Weidehusten tritt typischerweise nur auf der Weide auf und nicht im Stall oder in der Box. Daher geht man von einem allergischen Geschehen beim Weidehusten aus. Meistens reagieren die Pferde auf Pollen von Gräsern, Bäumen, Blumen oder Kräutern. Auch Bodenpilze können den Weidehusten verstärken oder auslösen. Diese Pollen werden eingeatmet und das Pferd zeigt daraufhin eine Überreaktion des Immunsytems (= Allergie). Da im Winter keine Pollen in der Luft schwirren, ist der Weidehusten im Winter nicht zu bemerken. Trotzdem können Pferde mit Weidehusten auch Husten-Infektionen im Winter bekommen, da die Atemwege durch den Weidehusten vorbelastet sind. Daher sollten Pferde mit Weidehusten ganzjährig besonders gut gepflegt und gefüttert werden.

Symptome bei Weidehusten

  • Husten im Frühling, Sommer und/oder Herbst
  • starkes Keuchen
  • vermehrtes Schwitzen, auch nach leichter Arbeit
  • Müdigkeit, Schlappheit
  • Dampfrinne an der Flanke, besonders wenn der Husten schon längere Zeit besteht
  • Abmagerung des Pferdes, besonders im Spätstadium der Erkrankung

Die phytotherapeutische Behandlung bei Weidehusten

  • Süßholzwurzel, Eibisch und Oreganum 6 Wochen lang geben.
  • Antiallergisch und schleimlösend wirkt die Süßholzwurzel. Pro Tag gibt man einem Pferd oder Pony 10-30 Gramm, je nach Größe des Pferdes. Circa 4 bis 6 Wochen verfüttern, länger nicht. Die Süßholzwurzel sollte auch nicht vorbeugend verfüttert werden, da sie den Kaliumspiegel im Körper verändern kann und der Cortisolspiegel wird erhöht. Süßholzwurzel wird nur bei Bedarf verfüttert, wenn die Notwendigkeit vorhanden ist.

!!! Bei Herzerkrankungen und Cushing sollte keine Süßholzwurzel eingesetzt werden, da es diese Erkrankungen verschlechtern kann. Dann wird anstatt der Süßholzwurzel das Zinnkraut und der Fenchel eingesetzt (zusammen mit Eibisch und Oreganum und den unten genannten Zutaten). Mindestens 20-30 Gramm je Kraut und Tag, je nach Größe des Pferdes.

  • Zusätzlich sollten gegeben werden: Eibischblätter, welche schleimhautschützend und reizmildend sind und Oreganum, der stark krampflösend und antibakteriell wirkt. Pro Tag und Kraut werden circa 10 bis 30 Gramm verfüttert, je nach Pferdegröße.
  • Als Beispiel: Ein 700 kg Pferd benötigt pro Tag insgesamt mindestens 70 Gramm Kräuter (pro Kraut 23,3 Gramm), ein 300-kg Pony benötigt täglich circa 30 Gramm Kräuter (pro Kraut 10 Gramm).
  • Es kann zusätzlich Calcium verfüttert werden, da Calcium die Durchlässigkeit der Gefäßwände reduziert und somit bei Allergien eine kleine Hilfe ist. Calcium ist natürlichereweise in Futterkalk enthalten. Man kann einem Pferd pro Tag circa 30 bis 70 Gramm Futterkalk geben, je nach Größe des Ponys/Pferdes. Wenn ein Allroundmineralfutter mit Calcium verfüttert wird, sollte auf keinen Fall zusätzliches Calcium verabreicht werden, da ein zuviel an Calcium zu Kalkablagerungen in den Gefäßen und den Gelenken führen kann.
  • Außerdem kann bei allergischem Husten das kaltgepresste Schwarzkümmelöl oder die ganzen Schwarzkümmelsamen zur Vorbeugung verfüttert werden. Von dem Schwarzkümmelöl gibt man einem Pferd pro Tag 10-30 ml, je nach Größe des Pferdes. Die ganzen Schwarzkümmelsamen können in einer Menge von 30-60 Gramm täglich verfüttert werden. Eine Schwarzkümmelkur sollte mindestens 2 Monate lang andauern.

!!! Bitte beachten: Bei Schwellungen am Kopf muss sofort der Tierarzt das Notfallmedikament Kortison verabreichen, da starke Schwellungen die Atemwege so einengen können, dass das Pferd extreme Atemnot bekommen kann. Im allerschlimmsten Fall kann dies sogar zum Tod des Pferdes führen!

  • Sehr gut sind Inhalationen mit Meersalzwasser. Pro Liter kochend heißem Wasser berechnet man 1 Eßl. Meersalz. Inhalationen können bis zu 3 x am Tag durchgeführt werden. Ein Eimer und ein großes Handtuch sind für das Inhalieren geeignet, genauso wie man Inhalationen beim Menschen durchführt bei einer Erkältung.
  • Hochdosiertes Vitamin C ( z.B. Ascorbinsäure aus dem Drogeriemarkt) kann außerdem bei extrem hartnäckigem Husten helfen, da es die Abwehr stärkt. Hochdosierte Vitamine entfalten ihre Wirkung nur voll, wenn man sie kurweise bei einer Krankheit gibt. Ansonsten würde sich der Körper daran gewöhnen und der positive Effekt geht dabei verloren. Der dauerhafte Gebrauch von hochdosiertem Vitamin C oder anderen Vitaminen ist außerdem mit Vorsicht zu genießen.
  • Anstatt von synthetischer Ascorbinsäure kann man auch getrocknete Hagebutten an Pferde verfüttern, da diese stark Vitamin C-haltig sind und auch noch viele andere Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Pro Tag kann man an ein Pferd 20-30 Gramm Hagebutten geben, entweder für die Zeit des Hustens oder auch dauerhaft. Hagebutten sind für Pferde sehr gut verträglich, schmackhaft und allgemein gesundheits-stärkend. Bei chronischen Hustern ist es deshalb durchaus sinnvoll, wenn man die Hagebutten auch längere Zeit gibt.
  • Bei bakteriellen Begleiterscheinungen hilft Knoblauchpulver, zusätzlich zu den oben genannten Hustenkräutern. Täglich gibt man hiervon 30-40 Gramm, je nach Pferdegröße. Das Knoblauchpulver kann man ca. 4-6 Wochen lang füttern. Es sollte gut mit dem gewohnten Kraftfutter vermischt werden. Anstatt von Knoblauch kann auch das antibakterielle Propolis gegeben werden. Propolis ist das Kittharz der Bienenvölker. Man kann einmal täglich 2 Gramm geschnittenes Propolis oder Propolispulver pro 100 kg Körpergewicht geben, für mindestens 3 Wochen oder auch über einen längeren Zeitraum. Von Propolistinktur ist abzuraten, da es meistens 80 Teile Alkohol und maximal 20 Teile Propolis enthält. Der Wirkstoffgehalt von 2 ml Propolistinktur ist somit sehr gering.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Bei staubempfindlichen Pferden: Auf Stroheinstreu und Sägespäne verzichten. Grober Rindenmulch ist absolut staubarm und Pferde lieben es als Einstreu. Außerdem duftet es nach Wald. Heu und Stroh zum Fressen gründlich wässern, da es immer etwas staubt. Kraftfutter und Hafer auch immer anfeuchten. Stallgasse nicht trocken kehren oder nur, wenn die Pferde auf der Weide sind.
  • Stark staubiges Heu enthält immer Pilz-und Schimmelsporen, auch wenn man diese mit den Augen nicht sehen kann. Riechen kann man es auch nicht immer. Wenn das Heu leicht staubt ist dies normal und kann bei einem nicht chronischem Husten auch unangefeuchtet verfüttert werden. Heu niemals aufschütteln, dies ist dauerhaft betrachtet, schlecht für Mensch und Tier.
  • Offenstallhaltung ist bei chronischen Hustern immer der Boxenhaltung vorzuziehen.
  • Tägliches entfernen von Mist aus Auslauf und Stall mindert die schädlichen Ammoniakgase, die für die Atemwege sehr schlecht sind.
  • Hat ein Pferd Husten, sollte man es auf alle Fälle gut schonen.
  • Bei Lungenwürmern sollte unbedingt mit einem entsprechenden Präparat entwurmt werden. Tierärzte wissen, welches Präparat sinnvoll ist.

Meidung von immunsteigernden Kräutern

Bei Allergien sollten alle immunsteigernden Kräuter vermieden werden, da diese eine Allergie verstärken können. Hierzu zählen zum Beispiel: Mistel, Echinacea, Thuja, Eleuterococcus, etc.


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