Sommerekzem

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Das Sommerekzem beim Pferd, fälschlicherweise auch Räude genannt, entsteht nicht aufgrund eines Milbenbefalls, sondern wird durch eine Stoffwechselstörung verursacht. Auch eine allergische Reaktion auf die Substanz, die die Kriebelmücke durch beißen überträgt, sorgt für eine Überreaktion des Körpers. Das Sommerekzem kann sich zeigen durch Schwellungen und Entzündungen an Brust, Schlauch, Euter, Unterbauch, Mähnenkamm, Schweifrübe, um die Augen herum, an den Ohren und entlang der Wirbelsäule. Oft zeigt sich auch eine stark schuppige und ölige Haut. In seltenen Fällen fällt die Oberhaut an den genannten Körperteilen in riesigen Fetzen ab.

Äußerliche Behandlung des Sommerekzems

Alle Hautstellen, die durch Kriebelmücken angefallen werden (Rückenpartie, Mähnenkamm, Schweifrübe, Unterbauch, Brust, Achseln, Schenkelinnenflächen, Ohren), sollten täglich mit einer Mischung aus Babyöl und ätherischen Ölen eingerieben werden. Für 1 Liter Babyöl berechnet man ca. 15 ml ätherische Öle. Als Ätherischölzugabe eignen sich: Teebaumöl oder Lavendelöl oder Lavandinöl. Diese wirken juckreizstillend, wundheilungsfördernd und mückenabwehrend. In extrem seltenen Fällen führen die ätherischen Öle zu allergischen Reaktionen der Haut, dann sollten sie sofort abgesetzt werden und nur reines Babyöl verwendet werden. Die genannten ätherischen Öle brennen nicht auf offenen Hautwunden, auch wenn sie pur angewendet werden. Lavendelöl wirkt zusätzlich leicht schmerzstillend. Anstatt von Babyöl kann auch handelsübliches Melkfett verwendet werden oder Paraffinöl aus der Apotheke.

Pflanzenöle für Hauteinreibungen sollten bei hohen Außentemperaturen gemieden werden, da sie die Haut, das Haarkleid, Mähne und Schweif zu stark verkleben. Dadurch wird die Haut stark irritiert und es können Entzündungen entstehen. In der kalten Jahreszeit haben sich Pflanzenöle für die Haut bewährt, da sie meist sehr pflegend sind.

Innerliche Behandlung des Sommerekzems

  • Mit einer Mischung aus Kräutern, die die Nieren stärken und blutreinigend wirken und die die Leberentgiftung fördern: Zinnkraut, Labkraut, Hagebutten, Brennnessel, Mariendistelkraut und Klettenwurzel. Pro Pferd und Tag wird circa 10-15 Gramm des einzelnen Krautes gegeben, je nach Größe des Pferdes. Die Kräuter können von Frühling bis Herbst gegeben werden oder auch als Kur für 6 Wochen, so wie es für das Pferd notwendig ist.
  • Beim Sommerekzem können in manchen Fällen auch bakterielle Infektionen der Haut entstehen. Dann kann man den antibakteriellen schwefelhaltigen Knoblauch ins gewohnte Futter geben. Man gibt hiervon einmal täglich 30-40 Gramm, je nach Pferdegröße. Das Knoblauchpulver kann man ca. 4-6 Wochen lang füttern. Es sollte gut mit dem gewohnten Kraftfutter vermischt werden.
  • Bei manchen Sommerekzemern ist eine Darmsanierung sinnvoll, wenn das Pferd Symptome zeigt. Zum Beispiel: Blähungen, Durchfall, Kotwasser, stechend oder säuerlich riechende Pferdeäpfel, etc. Dann kann man das Kanne Fermentgetreide zur Stabilisierung der Darmflora geben. Pro Tag und Pferd werden 10 Gramm pro 100 kg Körpergewicht verabreicht. Das Kanne Fermentgetreide wird 4 Wochen lang verfüttert. Man kann es 2 bis 4 mal pro Jahr geben. Von einer dauerhaften Zufütterung ist abzuraten, da der Darm sonst träge wird und selber keine verdauungsfördernden Bakterien herstellt.
  • Falls die Darmsymptomatik sehr stark sein sollte, kann man zusätzlich zum Kanne Fermentgetreide die Flohsamenschalen geben. Diese dienen der Darmreinigung und sorgen außerdem für den Schutz und Aufbau der Darmschleimhäute. Täglich können 5 Gramm pro 100 kg Körpergewicht gegeben werden, insgesamt 4 Wochen lang. Die Flohsamenschalen sollten mit reichlich Wasser verfüttert werden. Gut umrühren ist auch wichtig, damit sich die Samen nicht zu einem Klumpen verformen.

Zur Fütterung

  • Eiweiß ein wenig reduzieren, also nach Möglichkeit nur den 1. Heuschnitt verfüttern. Der 2. und 3. Heuschnitt enthält meist viel Eiweiß.
  • Keine Silage geben, da dies den Organismus der Pferdes stark übersäuert, wenn man die Silage regelmäßig verfüttern würde.
  • Weiden möglichst nicht mit synthetischem Mineraldünger düngen. Besser sind organische Weidedünger.
  • Nur biologisches Futter ohne chemische Planzenschutzmittel verfüttern.
  • Kein Fertigmüsli oder pelletiertes Kraftfutter geben, da diese manchmal chemische Substanzen enthalten wie z.B. Lockstoffe, Farbstoffe, synthetische Aromen (Parfüm), Konservierungsmittel, usw. Diese Substanzen belasten den Hautstoffwechsel sehr stark.
  • Kein synthetisches Mineralfutter verfüttern, besser sind organische bzw. pflanzliche Nahrungsergänzungen.

Zum Beispiel: Bierhefe mit Futterkalk und Seetang. Alle 3 Zutaten können zusammen verfüttert werden bei Schuppenbildung, Juckreiz und fettiger bzw. öliger Haut. Die darin enthaltenen organischen Mineralien und Vitamine passen besonders gut zusammen und werden vom Körper bestens aufgenommen, ohne den Hautstoffwechsel zu irritieren.

Bierhefe enthält viel Selen und Zink, außerdem alle B-Vitamine und viele andere Mineralstoffe für eine gesunde Haut. Da Bierhefe zu wenig Calcium enthält, ist der Futterkalk die ideale Ergänzung, weil er ganz viel natürliches Calcium beinhaltet. Der Seetang ist jodhaltig und spurenelementreich. Es ist also eine gute Kombination, wenn man alle 3 Zutaten zusammen gibt.

Von der Bierhefe kann man täglich circa 10 Gramm pro 100 kg Körpergewicht geben. Vom Seetang wird einmal am Tag 2 Gramm pro 100 kg Körpergewicht verabreicht und der Futterkalk wird mit 10 Gramm pro 100 kg Körpergewicht berechnet.

Weitere empfehlenswerte Tipps zur Fütterung

  • Ungespritztes Obst und Gemüse verfüttern.
  • Kaltgepresste Öle geben: Leinöl eignet sich bestens, da es sehr viele Omega 3 Fettsäuren enthält. Dies kann positive Auswirkungen auf die Haut haben, da Omega 3 entzündungshemmend wirkt.
  • Salz verfüttern ohne chemische Zusatzstoffe: z.B. Himalaya oder Punjab Salzleckstein, ungebleichtes Meersalz ohne Zusätze oder unbehandeltes Steinsalz anbieten.


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