Lebererkrankungen

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Lebererkrankungen (Hepatopathien)

Symptome einer Lebererkrankung

Sehr oft zeigt sich die Lebererkrankung durch eine Gelbverfärbung der Augenschleimhäute. Lebererkrankungen können auch Hautprobleme, Koliken (Verstopfung oder blutigem Durchfall) oder eine Hufrehe auslösen. Bewusstseinsstörungen sind auch nicht selten. Auch eine Nierenschwäche oder eine Herzmuskelverfettung kann auftreten. Am Ende des Krankeitsverlaufes fallen manche Pferde in ein Leberkoma. Bei starken Leberschäden liegt die Körpertemperatur bei ca. 37,5 bis 38,5 Grad Celsius. Die meisten Pferde leiden allerdings eher unter einer langsam schleichenden Lebervergiftung, unter anderem bedingt durch die allgemeinen Umweltgifte die sich im Trinkwasser, in der Nahrung und auch in der Luft befinden.

Ursachen einer Lebererkrankung

Die meisten degenerativen Leberekrankungen entstehen durch Gifte, die das Pferd aus seiner Umwelt aufnimmt. Zu nennen wären hier Giftpflanzen, Holzschutzmittel, Schimmelpilze im Heu oder Stroh, Schwermetalle im Futter und im Trinkwasser(= alte Bleirohre oder Brunnenwasser, etc.), Formaldehyd in Späneeinstreu, hochdosiertes synthetisches Mineralfutter, überdüngte Weiden, manche Arzneimittel, überhöhte Pestizide (Planzenschutzmittel) oder Nitrate im Futter, Salzlecksteine mit zusätzlichen Spurenelementen und Mineralstoffen (synthetisch zugesetzt), Klärschlamm auf Weiden (enthält hohe Mengen Schwermetalle),usw.

Leberentzündungen entstehen zum Beispiel bei Infektionen mit Leber-Egeln oder Spulwürmern, etc. Auch bakterielle oder virale Infektionen können zu Leberentzündungen führen (meist bei jüngeren Pferden).

Die Behandlung

  • Bei der Leberbehandlung eignet sich folgende Kräutermischung (täglich für 6 Wochen):

20-30 Gramm Löwenzahnkraut und/oder Löwenzahnwurzel

20-30 Gramm Mariendistelkraut

20-30 Gramm Labkraut (auch Klettenlabkraut)

Diese Kräutermischung regt die Leberfunktion an, kann Entzündungen der Leber günstig beeinflussen, schützt und regeneriert die Leberzellen und aktiviert den Leberstoffwechsel.

Man kann die Kräuter, Samen und Wurzeln auch zusammen abends mit etwas Wasser einlegen und am nächsten Morgen die Pflanzenteile samt Einweichwasser mit unter das gewohnte Futter geben.

  • Zusätzlich können hochdosiertes Vitamin C und Vitamin B unter das Futter gegeben werden. Die Vitamine kann man ca. 2-5 Monate lang geben, je nach Bedarf.
  • Infusionen mit Enzymen und Glukose sind in vielen Fällen günstig.
  • Bei Leberverfettung können Cholin, Phospholipide und Methionin verfüttert werden. Diese Stoffe sind zum Beispiel in Sojalecithin enthalten. Zusätzlich zu oben genannten Kräutern sollten Artischockenblätter oder Artischocken-Frischpflanzensaft gegeben werden. Artischocke aktiviert bei einer Fettleber den Fettabbau, steigert den Leberstoffwechsel und wirkt entgiftend. Von den Artischockenblättern gibt man täglich 20-30 Gramm, täglich für 6 Wochen. Artischocken-Frischpflanzensaft bekommt man aus dem Reformhaus.

Zur Vorbeugung

  • Bei der Fütterung sollte darauf geachtet werden, das das Heu schimmelfrei ist und nicht zu sehr staubt. Auch das Stroh auf dem die Pferde stehen sollte schimmelfrei sein, da sonst Schimmelsporen über die Atemwege in den Organismus der Pferde gelangen können. Schimmeliges Brot sollte auf keinen Fall verfüttert werden.
  • Regelmäßiges entwurmen (ca. 2-4 mal im Jahr) sollte unbedingt eingehalten werden, da Würmer toxische Stoffe in den Magen-Darm-Trakt einbringen können und diese somit in den Organismus des Pferdes gelangen.
  • Giftpflanzen sollten von der Weide entfernt werden.
  • Chemische Holzschutzmittel sollten nach Möglichkeit nicht verwendet werden. Für den Anstrich von Holz eignet sich sehr gut dick aufgepinseltes Speise-Leinöl.
  • Bei der Getreidefütterung nach Möglichkeit Bio-Hafer, Bio-Dinkel oder Bio-Gerste verfüttern. Bei schlechter Verdaulichkeit kann das Getreide geschrotet, gewalzt oder über Nacht in Wasser eingeweicht werden. Nur biologisches Futter ohne chemische Planzenschutzmittel verfüttern.
  • Kein Fertigmüsli oder pelletiertes Kraftfutter geben, da diese manchmal chemische Substanzen enthalten wie z.B. Lockstoffe, Farbstoffe, synthetische Aromen (Parfüm), Konservierungsmittel, Pestizide, usw. Diese Substanzen belasten die Leber.
  • Vorsichtshalber auf Späneeinstreu verzichten. Eine sehr gute Alternative hierzu ist Rindenmulch.
  • Synthetisches Mineralfutter sehr sparsam dosieren. 20-50 Gramm pro Tag (je nach Pferdegröße) ist meistens ausreichend. Lieber etwas mehr Heu verfüttern.


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