Kräuter

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Kräuter in der Pferdefütterung

Folgende Fragen tauchen zum Thema Kräuterfütterung immer wieder auf:

1. Kräuter sind für Pferde ungeeignet, da ständige Kräuterfütterung schädlich ist.

2. Im Heu oder auf der Weide sind schon genügend Kräuter enthalten.

3. Kräuter sind zu teuer.

4. Kräuter machen keinen Sinn, da sie zu wenig Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten und man noch zusätzlich Mineralfutter kaufen muss.

5. Die Pferde sortieren die Kräuter aus dem Kraftfutter heraus.

6. Niedrig dosierte Kräuter können nicht den gewünschten Effekt erzielen.

1. Kräuter sind für Pferde ungeeignet, da ständige Kräuterfütterung schädlich ist.

Antwort: Ständige Kräuterzufütterung ist für Pferde gesund, da die Natur unsere Vorbild ist. In freier Wildbahn fressen Pferde täglich mehrere Sorten Kräuter, wenn sie denn die Möglichkeit dazu haben. Es gibt allerdings ein paar Kräuter, die man nicht ständig an Pferde verfüttern soll.

Zum Beispiel: Ingwer, Teufelskrallenwurzel, Johanniskraut, Weidenrinde, Ginkgo, Baldrian, etc. Diese werden immer nur als Kur für wenige Wochen oder Monate eingesetzt.

Auch Kräuter die zum Beispiel stark entwässernd wirken, können bei Herzerkrankungen nur in kleinen Dosen eingesetzt werden: Goldrute, Zinnkraut, Brennessel, Birkenblätter...

Bei einer starken Leberschwäche dürfen Leberkräuter anfangs nur in kleinen Mengen verfüttert werden, damit die Leber nicht überlastet wird: Mariendistel, Löwenzahn, Labkraut, Artischocke,... Damit es nicht zu einer Rückvergiftung im Körper kommt, kann zusätzlich Kieselgur (Diatomeenerde) gegeben werden. Kieselgur bindet Giftstoffe im Darm und somit werden sie über den Darm wieder ausgeschieden. Eine Rückvergiftung wird damit umgangen.

Kräuter, welche das Immunsystem anregen, sollten nicht an Allergiker verabreicht werden: Mistel, Echinacea, Thuja, Eleuterococcus, ...

Und diese Kräuter dürfen nur in niedrigen homöopathischen Dosierungen eingesetzt werden, da sie stark toxisch sind: Goldregen, Sturmhut, Fingerhut, etc.

2. Im Heu oder auf der Weide sind schon genügend Kräuter enthalten.

Antwort: Da die allermeisten Wiesen in Deutschland mit viel Phosphor und Stickstoff gedüngt werden, und dies die Vielfalt der Kräuter auf den Wiesen unterdrückt, ist es durchaus sinnvoll täglich Kräuter an Pferde zu verfüttern, da es der allgemeinen Gesunderhaltung dient. Pferde werden durch Kräuter dauerhaft gestärkt und sind wesentlich robuster in der Haltung. Dies sorgt dafür, dass man letzendlich geringere Kosten für die Gesundheit des Pferdes ausgeben muss, dass das Pferd deutlich leistungsbereiter ist und dass man viel mehr Freude und weniger Sorgen hat.

3. Kräuter sind zu teuer.

Antwort: Kräuter können bedarfsgerecht an Pferde verfüttern werden. Kräuter können mit Hafer, Gerste, eingeweichten Rübenschnitzeln, Esparsettencobs, Heucobs oder auch mit Luzernencobs verfüttert werden. Eventuell kann ein konventionelles Mineralfutter, Seetang oder Bierhefe dazu gegeben werden, damit die Pferde rundum versorgt sind. Kräuter dienen unter anderem auch als kleine Vitaminbeigabe und als Mineralstoff-und Spurenelementgabe. Somit erhält ein Pferd ein preisgünstiges Futter, welches sich individuell zusammenstellen lässt.

4. Kräuter machen keinen Sinn, da sie zu wenig Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten.

Antwort: Das ist in manchen Fällen tatsächlich richtig, dass man zu den Kräutern ein Mineralfutter dazu geben soll. Ein Mineralfutter braucht man nur dazu füttern, wenn in der Wohngegend des Pferdes ein Spurenelementmangel oder Mineralstoffmangel im Boden ist (vorausgesetzt das Pferd erhält immer ganztags Heu, was ja auch nicht in jedem Reitstall der Fall ist). Absolute Sicherheit bietet eine Blutuntersuchung des Pferdes, um eventuelle Mängel an Spurenelementen oder Mineralien aufzudecken. Dies kann man alle 1-2 Jahre vom Tierarzt durchführen lassen. Wenn alles okay ist, dann benötigt man kein zusätzliches Mineralfutter für das Pferd, dann reichen Kräuter, ganz viel Heu und eventuell etwas Hafer oder Gerste oder eingeweichte Rübenschnitzel, etc.

5: Die Pferde sortieren die Kräuter aus dem Kraftfutter heraus.

Antwort: es gibt mehrere Gründe hierfür:

  • Das Pferd erhält Medikamente, welche sich nicht mit den Kräutern vertragen.
  • Das Pferd verträgt bestimmte Inhaltsstoffe der Kräuter nicht, da der Magen-Darm-Trakt gereizt ist, zum Beispiel durch Verwurmung oder Medikamente ( = gestörte Darmflora und entzündete oder gereizte Schleimhäute).
  • Das Pferd ist nur an parfümiertes Kraftfutter gewöhnt und benötigt ein bisschen Zeit, damit es sich umstellen kann.
  • Das Pferd reagiert auf eines der Kräuter allergisch.

6: Niedrig dosierte Kräuter können nicht den gewünschten Effekt erzielen.

Antwort: Bei Kräutermischungen sind circa 50 bis 100 Gramm pro Pferd und Tag ausreichend, da die traditionelle Erfahrung gezeigt hat, das gut zusammengestellte Kräutermischungen in kleinen Mengen den Organismus der Pferde kräftigen und stabilisieren. Gut abgestimmte Kräuter-Rezepturen sind für Pferde gut verträglich, sehr kräftig und geschmackvoll. Pferde wissen instinktiv, was und wie viel sie fressen sollen, sofern ihre Geschmacks-Rezeptoren auf der Zunge intakt sind.


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