Knabstrupper

Aus Pferd Pferdewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Es existieren zwei Zuchtrichtungen, der barocke und der moderne Typ. Der moderne Typ entspricht dem Zuchtziel eines modernen Sportpferdes, also in etwa dem des Deutschen Reitpferdes. Dieser Typ entsteht durch Einkreuzung beliebigen Fremdblutes. Der barocke Typ ist kräftiger gebaut und besitzt meist einen leicht ramsnasigen Kopf sowie einen kräftigen Hals und eine muskulöse Hinterhand. Nur ein im barocken Typ stehender Knabstrupper, der in der 3. Generation ohne Einkreuzung von Fremdblut gezüchtet wurde (Reinzucht), ist ein Original Knabstrupper. Tiere die mit PRE's, Lusitanos oder anderen ausgewählten spanischen Rassen gekreuzt wurden, werden in besonderen Ausnahmen in das barocke Zuchtregister aufgenommen.

Knabstrupper kennzeichnen sich vor allem durch die Tigerscheckenfärbung, wobei man zwischen fünf Grundvarianten unterscheidet. Das Weiß der Tigerschecken basiert auf komplizierten genetischen Anlagen, aber man kann es sich vereinfacht als einen weißen Mantel oder als weiße Decke vorstellen, die über ein Pferd beliebiger dunkler Farbe gezogen ist. Befinden sich Löcher in diesem Mantel, so sieht man die darunter liegende Farbe als Flecken.

So entstehen die fünf Varianten:

1. der Volltiger Nehmen wir an, die Grundfarbe eines Volltigers wäre braun, 4 x schwarz bestiefelt. Dann wären über den ganzen Körper braune Flecken verteilt, während die Flecken an den Beinen schwarz wären sowie auch schwarze Streifen in Mähne und Schweif vorhanden sein könnten. 2. der Weißgeborene Bei einigen Tieren sind die Gene, die den, ,Mantel" vererben, so stark, dass der Mantel keine Löcher (= Flecken) hat. Das Pferd ist dann ganz weiß und wird - im Gegensatz zum Schimmel - auch bereits weiß geboren. Nach dem amerikanischen Forscher Schwink sind die Pferde Homozygoten, d.h. starke Vererber. 3. der Schabracktiger Ist die Erbmasse weniger stark, so ist der Mantel nicht vollständig und liegt dann meistens nur über der Kruppe, während der vordere Teil des Pferdes einfarbig ist. Die Decke über der Kruppe kann wie beim Volltiger durchlöchert sein oder lückenlos wie beim Weißgeborenen. 4. der Schneeflockentiger Es kommen Pferde vor, bei denen nur Fragmente des Mantels übriggeblieben sind. Diese verteilen sich über den Körper als weiße Flecken auf der Grundfarbe. 5. der Einfarbige Es können auch Tiere ohne jegliche Spur eines Mantels vorkommen. Diese können die Tigerscheckengenetik rezessiv in sich tragen. Alle anderen Variationen haben keine direkte Verbindung zur Vererbung der Tigerscheckengenetik.