Körpermilieu

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Das Körpermilieu des Pferdes

Das innere Körpermilieu des Pferdes sagt viel über die allgemeine Gesundheit des Pferdes aus. Pferde die ein gesundes Körpermilieu haben sind vital und lebendig. Die Organe des Pferdes sind intakt und der Körper verfügt über enorme Selbstheilungskräfte. Pferde die gut gefüttert und gehalten werden, viel Bewegung an der frischen Luft haben und täglich auf die Koppel oder einen großen Auslauf kommen, Pferde die Gesellschaft haben und nicht isoliert gehalten werden und die fürsorglich, fair und ruhig behandelt werden, verfügen meistens über eine stabile Gesundheit und sind psychisch ausgeglichen.

Eine aktive Verdauung ist die Basis für ein starkes Körpermilieu und sorgt für Gleichgewicht im Körper. An der Verdauung sind maßgeblich der Darm und die Leber beteiligt. Da auch Lymphknoten im Darm sitzen und dort Immunzellen gebildet werden, kann man davon sprechen, das das Immunsystem unter anderem im Darm sitzt. Wenn die Schleimhäute und die Bakterienflora (Mikrobiom) im Darm intakt sind, kann das Futter besser verwertet und aufgenommen werden und so können dem Körper alle wichtigen Nährstoffe über das Futter zugeführt werden.

Die Leber sorgt für eine gute Entgiftung des Körpers und filtert toxische Stoffe aus der Nahrung. Auch Medikamente können über die Leber entgiftet werden und andere schädliche Stoffe, die in der Umwelt vorkommen. Des weiteren ist die Leber an einem guten Stoffwechsel beteiligt.

Bei Pferden mit ungünstigem Körpermilieu kann man oft ein stumpfes Fell beobachten, die Hufe sind manchmal brökelig und instabil, die Haut zeigt Entzündungen, Schuppen, Schwellungen, Schorf und andere Auffälligkeiten, der Schweif und die Mähne sind dünn und Haarausfall können sich zeigen, auch allergische Erkrankungen können vorkommen und Müdigkeit, Lustlosigkeit und Erschöpfung sind ebenfalls oft zu erkennen.


Die naturbelassene Fütterung des Pferdes

  • Regelmäßig Kräuter für eine aktive Verdauung und eine gesunde Leber geben. Kräuter alle paar Wochen oder Monate wechseln und nicht jahrelang die gleichen Kräuter füttern. Kräuter dienen unter anderem als Vitamin- und Mineralienbeigabe, ersetzen jedoch kein Mineralfutter.
  • Mineralien und Vitamine zum Futter geben: Bewährt haben sich Gesteinsmehle zur Calciumversorgung und Bierhefe als Vitamin- und Mineralienbeigabe oder andere naturbelassene Mineralien. Bierhefe ist besonders für eine gute Verdauung zu empfehlen, denn die Darmflora nährt sich besonders gerne von Bierhefe.
  • Bei Energiemangel und Vitalitätsverlust sind kaltgepresste Öle sinnvoll. In kleinen Mengen (täglich circa 10 ml pro 100 kg Körpergewicht) dürfen kaltgepresste Öle an Pferde verfüttert werden, da Pferde kleine Mengen Gallensaft in der Leber bilden und diese für die Fettverdaung wichtig sind. Der Gallensaft emulgiert die Fette und so können sie dann über den Darm besonders gut aufgenommen werden. Billigöle für ein oder zwei Euro sind fast immer raffiniert und belasten die Leber des Pferdes!
  • Möglichst viel Heu verfüttern. Täglich mindestens 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht geben. Manche Pferderassen benötigen auch wesentlich mehr Heu für den Erhaltungsbedarf und bei alten Pferden steigt der Bedarf auch sehr deutlich um bis zu 30 Prozent.
  • Wenig Getreide verfüttern, besser sind eingeweichte Luzernencobs, Esparsettencobs, Heucobs oder Rübenschnitzel.

Die Pflege des Darmes

Möglichst nach jeder chemischen Wurmkur, nach jeder Antibiotikagabe oder nach Gabe von synthetischen Schmerzmitteln immer eine Darmpflegekur für circa vier Wochen durchführen, damit sich die Darmschleimhäute wieder regenerieren. Auch die gute Bakterienflora im Darm sollte gleich mit gepflegt werden. Es eignen sich für die Darmschleimhäute eingeweichte Flohsamenschalen und zuätzlich Bierhefe für eine aktive Darmflora, eventuell auch Mikroorganismen anstatt Bierhefe. Eventuell können auch Kräuter hinzu gegeben werden. Muss aber nicht unbedingt sein, wenn dass Pferd keine auffälligen Symptome zeigt bzw. wenn die Pferdeäpfel angenehm riechen, eine mittelbraune Farbe haben und eine gute Konzistenz aufweisen.

  • Flohsamenschalen, eingeweicht in Wasser: Täglich sechs Gramm pro 100 kg Körpergewicht für vier Wochen geben.
  • Mikroorganismen: Kanne Fermentgetreide täglich geben, zehn Gramm pro 100 kg Körpergewicht für vier Wochen lang. Kanne Fermentgetreide ist ein Probiotikum.
  • BT-Bierhefe: Es ist ein Prebiotikum (kein Probiotikum) und es kann anstatt Kanne Fermentgetreide gewählt werden, pro Tag mindestens 10 Gramm pro 100 kg Körpergewicht füttern, mindestens sechs Wochen lang oder auch dauerhaft verfüttern. Ein Prebiotikum enthält keine lebendigen Mikroorganismen, jedoch liefert es Nährstoffe die die guten Darmbakterien lieben uns sich dadurch vermehren können. Bierhefe und Kanne Fermentgetreide enthalten Gluten! Bierhefe enthält allerdings deutlich weniger Gluten.
  • Kräuter: je nach Symptomatik können Andorn, Benediktenkraut, Odermennig, Kamille, Ringelblume, Fenchel, Mariendistelkraut und weitere Kräuter gegeben werden. Insgesamt sollte das Pferd pro Tag circa zehn Gramm Kräutermischung pro 100 kg Körpergewicht erhalten, vier Wochen lang geben.

Für die gesunde Leber

Eine Kräuter-Leberkur ist immer dann sinnvoll: Nach Gabe von Medikamenten, bei Belastungen der Umwelt wie zum Beispiel Pestizide im Futter, verunreinigtes Wasser, Industrieabgase, überdüngte Weiden, Schimmelsporen im Heu oder Stroh, Zusatzstoffe im Futter usw.

Für die Leberentgiftung eignet sich die Gabe von

  • Mariendistelkraut,
  • Löwenzahnkraut,
  • Labkraut.

Es ist in Ordnung, wenn man nur eine Pflanze gibt. Pro Tag werden sechs Gramm Einzelkraut pro 100 kg Körpergewicht gegeben, insgesamt sechs Wochen lang. Wenn man die Kräuter miteinander kombinieren möchte, kann man die Kraut-Einzelgabe leicht reduzieren und anstatt sechs Gramm nur vier Gramm pro Tag geben. Diese Kräuter enthalten auch Bitterstoffe, dadurch wird außerdem die Verdauung angeregt, was dazu führen soll, dass die Pferde das Futter besser verdauen und verwerten können.

Selbstverständlich gibt es auch andere Pflanzen für die Leberentgiftung: zum Beispiel Knoblauch, Artischocke, Ringelblume, Löwenzahnwurzel, Kurkumawurzel und weitere.


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