Influenza

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Influenza bei Pferden

Influenza, auch Pferdegrippe genannt, ist eine ansteckende virale Infektion bei Pferden. Die gesamten Atemwege können von dem Virus befallen werden, insbesondere die unteren Atemwege. Die Viren können die Schleimhäute der Atemwege schädigen und andere Erreger, zum Beispiel Bakterien, können die Schleimhäute weiter traktieren. Dadurch wird ein trockener und kräftiger Hustenreiz ausgelöst, der sich zumeist auch krampfartig äußert. Über die Blutbahn kann der Virus auch die Lunge erreichen und infizieren. Das Pferd leidet außerdem unter plötzlich auftretendem Fieber (bis 42 Grad), klarem Nasenausfluss, Müdigkeit, geschwollenen Kopflymphknoten und entzündeten Bindehäuten. Bei Pferden in gutem Allgemeinzustand kann der Husten nach 10 Tagen verschwinden, bei schwachen oder vorbelasteten Pferden kann aus einer Influenza-Infektion ein chronischer Husten werden, wenn er nicht sofort behandelt wird. In seltenen Fällen kann eine Influenza-Infektion auch zum Tod des Pferdes führen, insbesondere bei Pferden mit anderen Erkrankungen die immunologisch bedingt sind. Saugfohlen und alte Pferde sind besonders gefährdet, auch herzkranke Pferde und Pferde mit chronischen Atemwegserkrankungen sind anfällig.

Die schulmedizinische Behandlung

Es werden krampflösende und schleimlösende Mittel gegen Husten gegeben. Zusätzlich wird in den meisten Fällen auch ein Antibiotikum verabreicht. Viele Tierärzte empfehlen außerdem Vitamine und andere Präparate, die die Abwehrbereitschaft des Organismus erhöhen. Die Pferde sollten erst wieder belastet werden, wenn der Husten verschwunden ist und die Pferde einen fidelen Eindruck machen. Eine verfrühte körperliche Belastung der Pferde muss dringend vermieden werden, damit die Pferde keine Rückfälle erleiden und zu chronischen Hustern werden. Die Ansteckungsgefahr unter den Pferden ist extrem hoch, deswegen werden viele Pferde gegen Influenza geimpft. Insbesondere Pferde die oft auf Ausstellungen oder Turnieren sind, werden vorbeugend geimpft.

Die Influenzabehandlung in der Phytotherapie

Bewährt hat sich eine Mischung aus verschiedenen Kräutern:

Eibischblätter (wirkt reizlindernd und entzündungshemmend)

Fenchelsamen (erleichtert das Abhusten und löst den Schleim)

Oreganum (ist krampflösend, antibakteriell und entzündungshemmend)

Vogelknöterichkraut (löst den Schleim)

Süßholzwurzel (erleichtert das Abhusten, ist antiallergisch. Erhöht den Cortisolspiegel im Körper, deswegen nicht bei Cushing geben und auch nicht bei Herzerkrankungen!)

Knoblauch (ist antibakteriell und schleimlösend)

Dillsamen (auswurffördernd)

Zinnkraut (zur allgemeinen Stärkung der Atemwege)

Andornkraut (unterstützt das Abhusten)

Ingwerwurzel (kräftigt das Immunsystem und ist schleimlösend)

usw.

Von den oben genannten Kräutern kann man drei bis fünf miteinander kombinieren. Täglich werden pro Kraut drei Gramm pro 100 kg Körpergewicht gegeben. Die Kräuter sollten sechs Wochen lang unter das gewohnte Futter gemixt werden.

Zusätzliche Gaben

  • Sehr gut sind Inhalationen mit Meersalzwasser. Pro Liter kochend heißem Wasser berechnet man 1 Eßl. Meersalz. Inhalationen können bis zu 3 x am Tag durchgeführt werden. Ein Eimer und ein großes Handtuch sind für das Inhalieren geeignet, genauso wie man Inhalationen beim Menschen durchführt bei einer Erkältung.
  • Kamille ist ein sanftes entzündungshemmendes Mittel für die Schleimhäute der Atemwege. Kamille kann zusätzlich zum Meersalz für Inhalationen verwendet werden.
  • Als Aufbaumittel und für gesunde Abwehrkräfte können getrocknete Hagebutten an Pferde verfüttert werden, da diese stark Vitamin C-haltig sind und auch noch viele andere Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Pro Tag kann man an ein Pferd 20-30 Gramm Hagebutten geben, entweder für die Zeit des Hustens oder auch dauerhaft. Hagebutten sind für Pferde sehr gut verträglich, schmackhaft und allgemein gesundheitsstärkend. Bei Hustern ist es deshalb durchaus sinnvoll, wenn man die Hagebutten auch längere Zeit gibt.
  • Wenn die Schleimhäute der Atemwege zusätzlich mit Bakterien belastet sind, kann man den Knoblauch geben, zusätzlich zu den oben genannten Hustenkräutern. Der Knoblauch ist gut schleimlösend und antibakteriell. Täglich gibt man hiervon ungefähr 20-40 Gramm, je nach Pferdegröße. Knoblauchpulver kann man circa sechs Wochen lang füttern, eventuell auch länger. Es sollte gut mit dem gewohnten Kraftfutter vermischt werden. Knoblauch führt nicht zur Blutarmut (Anämie), wenn täglich nicht mehr als 20 Gramm Knoblauch pro 100 kg Körpergewicht verfüttert werden! Anstatt von Knoblauch kann auch Propolis gegeben werden, insbesondere wenn die Magenschleimhäute gereizt sind.
  • Propolis ist das Kittharz der Bienenvölker. Es ist antibakteriell und kräftigt das Immunsystem und wird deshalb auch bei einem durch Viren ausgelösten Husten verabreicht. Propolis ist besonders für magenempfindliche Pferde geeignet. Man kann einmal täglich zwei Gramm geschnittenes Propolis oder Propolispulver pro 100 kg Körpergewicht geben, für mindestens drei Wochen oder auch über einen längeren Zeitraum. Von Propolistinktur ist abzuraten, da es viel Alkohol enthält. Bei Allergien gegen Bienenprodukte sollte kein Propolis gegeben werden.

Weitere Maßnahmen

  • Pferde mit Influenza sollten mindestens vier bis sechs Wochen geschont werden, damit der Husten nicht chronisch wird.
  • Das Heu sollte möglichst angefeuchtet verfüttert werden, damit der Staub die Atemwege nicht weiter reizt.
  • Die Stallgasse kann feucht gekehrt werden, damit der Staub nicht zu arg aufgewirbelt wird.


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