Fellwechsel, gestörter u. problematischer

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Fellwechsel, gestörter und problematischer

Insbesondere im Frühling und Herbst kann man bei manchen Pferden einen gestörten Fellwechsel beobachten. Das Fell erscheint stumpf, struppig und glanzlos. Vereinzelt kann man längere Haarbüschel im Haarkleid erkennen. Selbst vermehrtes Putzen hilft in vielen Fällen überhaupt nicht. Die Pferde wirken oft lustlos, schlapp und energielos.

Die Ursachen

Die Ursachen von einem gestörten Fellwechsel können unterschiedlicher Natur sein. Sehr oft hängt dies mit einer unsachgemäßen Fütterung zusammen. In manchen Fällen können Fellwechselprobleme auftreten bei seltener oder falscher Entwurmung, auch Darmerkrankungen können einen gestörten Fellwechsel auslösen, Probleme mit der Schilddrüse oder der Hirnanhangdrüse sollten auch bedacht werden, Zahnprobleme und daraus resultierende Verdauungsstörungen und Stoffwechselstörungen unterstützen auch einen gestörten Fellwechsel.

Die Behandlung

  • Den Fellwechsel aktivieren kann man mit Kräutern, die die Nieren stärken und blutreinigend wirken: Zum Beispiel Brennessel und Goldrute (jeweils 15-30 Gramm täglich für 6 Wochen).
  • Zusätzlich mit Kräutern, die die Leber kräftigen und reinigen: Zum Beispiel Labkraut, Löwenzahnkraut, Löwenzahnwurzel oder Mariendistelkraut, (jeweils 15-30 Gramm täglich für 6 Wochen).
  • Und mit Kräutern, die den Darm reinigen: Bärlauch oder Knoblauch (jeweils 15-30 Gramm täglich für 6 Wochen).
  • Außerdem mit Milchsäurebakterien für eine gesunde Darmflora, damit das Futter optimal verwertet wird. Zum Beispiel Kanne Fermentgetreide für 6 Wochen täglich mit unter das Futter geben.
  • Des weiteren können kaltgepresste Öle gegeben werden: Leinöl mit dem wertvollen Omega 3. Es werden einmal pro Tag 30 bis 50 Milliliter Leinöl gegeben, je nach Pferdegröße. Die essentiellen Fettsäuren in kaltgepressten Ölen sorgen für ein glänzendes Fell. Es sollte auf keinen Fall ein raffiniertes 1-Euro-Öl verwendet werden, da dies die Leber zusätzlich belastet! Ein kaltgepresstes Leinöl enthält über 50 % Omega 3- Fettsäuren. Die anderen Öle enthalten deutlich weniger Omega 3.

Zur Fütterung

  • Nur den 1. Heuschnitt verfüttern, nicht den 2. oder 3. Schnitt. Der 2. oder 3. Heuschnitt enthält meistens sehr viel Eiweiß. Dies belastet die Nieren der Pferde und kann somit einen gestörten Fellwechsel fördern.
  • Keine Silage geben, dies führt zu Übersäuerung des Organismus und es werden Hautkrankheiten und Fellwechselprobleme gefördert.
  • Kein Fertigmüsli oder pelletiertes Kraftfutter geben, da diese manchmal chemische Substanzen enthalten wie z.B. Lockstoffe, Farbstoffe, synthetische Aromen (Parfüm), Konservierungsmittel, usw. Diese Substanzen belasten den Hautstoffwechsel sehr stark.
  • Synthetisches Mineralfutter sehr sparsam dosieren. 30-50 Gramm pro Tag (je nach Pferdegröße) ist meistens ausreichend. Lieber etwas mehr Heu verfüttern.
  • Täglich 5 Stunden Fresszeit für Rauhfutter oder Weidegang beachten, da sonst massive Magen-Darm-Störungen auftreten bei einem Pferd und auch dadurch ein problematischer Fellwechsel ausgelöst werden kann.
  • Anstatt synthetische Nahrungsergänzungen kann man auch pflanzliche Nahrungsergänzungen als Mineralfutter geben. Zum Beispiel: Chlorellaalgen (30-50 Gramm täglich) oder Spirulinaalgen (30-50 Gramm täglich) oder Ascophyllum nodosum (15 Gramm täglich) oder Bierhefe (50 Gramm täglich) und Kieselgur (30 Gramm täglich). Chlorellaalgen und Spirulinalgen bitte nur aus Aquakulturen geben. Wenn die Algen aus Seen stammen, dann können sie toxische Microcystine enthalten. Diese sind in anderen Algenarten enthalten, die manchmal versehentlich mit abgefischt werden bei der Ernte.
  • Ungespritztes Obst und Gemüse verfüttern.
  • Salz verfüttern ohne chemische Zusatzstoffe: z.B. Himalaya Salzleckstein oder ungebleichtes Meersalz ohne Zusätze oder unbehandeltes Steinsalz.
  • Schimmeliges Brot sollte auf keinen Fall verfüttert werden.
  • Bei der Getreidefütterung nach Möglichkeit Bio-Hafer oder Bio-Gerste verfüttern. Bei schlechter Verdaulichkeit kann das Getreide geschrotet, gewalzt oder über Nacht in Wasser eingeweicht werden.
  • Nur biologisches Futter ohne chemische Planzenschutzmittel verfüttern.

Weitere vorbeugende Maßnahmen

  • Weiden nicht düngen oder mit organischen Stoffen düngen.
  • Regelmäßiges entwurmen (ca. 2-4 mal im Jahr) sollte unbedingt eingehalten werden, da Würmer toxische Stoffe in den Magen-Darm-Trakt einbringen können und diese somit in den Organismus des Pferdes gelangen. Außerdem beeinträchtigen Würmer im Darm eine optimale Nährstoffverwertung des Futters.
  • Sollten alle Maßnahmen und Fütterungsverbesserungen keinen Erfolg bringen, dann sollte unbedingt ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Dieser kann das Pferd untersuchen auf eventuelle Zahnprobleme, Schilddrüsen -oder Hirnanhangsdrüsenerkrankungen und auch Darmerkrankungen.

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