Equines Cushing Syndrom
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Das Equine Cushing Syndrom (ECS) ist eine Überfunktion der Nebennierenrinde (Hyperadrenokortizismus) bei Pferden. Die Erkrankung ist eine Hormonstörung, die dem Cushing-Syndrom des Menschen entspricht.
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Ursachen
Ursache eines ECS ist meist ein Adenom der Adenohypophyse (also eines Teils der Hirnanhangsdrüse). Diese reguliert die Produktion von Cortisol in der Nebennierenrinde, wodurch der Cortisolgehalt im Blut erhöht ist.
Das Hormon Cortisol beeinflusst zahlreiche Stoffwechselfunktionen, das Herz-Kreislaufsystem und das Immunsystem. Dadurch entstehen schleichend eine Anzahl der unterschiedlichsten, z.T. lebensbedrohlichen Gesundheitsstörungen. Kortisol stört den Proteinstoffwechsel, die Insulinproduktion wird gedrosselt, der Blutzuckerspiegel steigt.
Symptome
Die Symptome eines ECS sind häufig sehr unspezifisch. Sie werden oft irrtümlich für Alterserscheinungen gehalten. An ECS sollte man denken, wenn 2-3 Symptome aufeinander treffen und andere Krankheiten ausgeschlossen sind.
- Haarkleidveränderungen
- dickes langes Winterfell, verzögerter, sich überlagernder Fellwechsel, oft bleiben alte Haare zurück
- langes Fell im Sommer, oft Löckchenbildung
- übermäßiger Durst mit häufigem Wasserlassen
- Abmagerung auch bei gutem Fressverhalten hoher Futtergaben
- Muskelrückbildung vor allem am Rücken (Hängerücken), mitunter begleitet von Fettpolstern an Bauch (Hängebauch) und Mähnenkamm
- Hufprobleme (Hufabzesse, Huflederhautentzündung, Hufrehe auch zu ganz untypischen Jahreszeiten)
- Sehnenentzündungen
- Herz-Kreislaufprobleme bis hin zum gelegentlichen Umfallen
- seltener auch massive Stoffwechselentgleisungen mit kreuzverschlagähnlichen Symptomen
- häufige und hartnäckige Infekte, nicht behandelbare Durchfälle/Kotwasser
- Knochenprobleme, Osteoporose
- Lethargie
- Futterverweigerung, bei abnehmender Schutzschicht der Magenschleimhaut und verstärkter Magensäureproduktion Gefahr von Magengeschwüren
- seltsames Schwitzen ohne ersichtlichen Grund
- Mauke, Pilzbefall
- schlechtes Kauen, Heu kann oft nicht mehr zerkleinert werden
Diagnose
Am Sichersten ist der Dexametason-Test.
Therapie
Die Krankheit ist nicht heilbar, aber unter der Pergolidbehandlung haben die meisten Cushing-Patienten noch ein jahrelanges beschwerdefreies Leben. Je früher die Therapie begonnen wird, desto eher bilden sich die Symptome zurück.
Pergolid in niedriger Dosierung (0,1-0,2 mg/100kg) gilt als das Mittel der Wahl. Als das 2. Mittel gilt Trilostan, ein Hydroxysteroid- Dehydrogenase Inhibitor, der sich bei Hunden bewährt hat.
Es wird auch eine homöopathische Behandlung empfohlen: Hypophysis suis Injeel-Forte und Hypophysis suis Injeel (Präparat: Hypophysis suis-Injeel bzw. Hypophysis suis-Injeel Forte).
Kontraindikationen
Bei Pferden mit ECS sollten nicht angewendet werden:
- Yukka
- MSM
- Glukosamine
Die phytotherapeutische Behandlung beim Cushing-Syndrom
Symptome bei Cushing
Beim Cushing-Syndrom bekommt das Pferd ein langes, dickes Fell und manchmal entstehen sogar Locken oder Wellen im Haar. Meistens ist der Fellwechsel gestört und das Haarkleid wirkt in manchen Fällen sehr stumpf. Durch den gestörten Fellwechsel schwitzen sie sehr viel. Typisch ist auch das häufige urinieren. Es bilden sich Fettpolster am Körper, sehr oft in der Nähe von Widerrist, Kruppe und über den Augen. Viele Pferde leiden auch unter Muskelabbau, dadurch kann zum Beispiel ein Senkrücken entstehen. Hufrehe kann bei Pferden mit Cushing auch öfters vorkommen. In seltenen Fällen entstehen Störungen der Sehfähigkeit.
Auslöser für Cushing
Beim Cushing-Syndrom ist eine Fehlfunktion der Hirnanhangdrüse entstanden. Auch die Nebennierenrinde ist davon betroffen. Die Hirnanhangdrüse produziert Hormone, unter anderem ACTH. Die Zellen, die ACTH poduzieren, produzieren zuviel davon und so gerät das hormonelle Gleichgewicht aus den fugen. Auch Nebennierenadenome (gutartige Geschwulst) oder Nebennierenkarzinome (Krebserkrankung) können Cushing auslösen. Dadurch können oben beschriebene Symptome entstehen. Manchmal wird Cushing auch durch Kortison ausgelöst, da Kortison das hormonelle Gleichgewicht stören kann. Beim Cushing-Syndrom wird durch den Kortisolüberschuß die Immunabwehr herabgesetzt und die Pferde sind dadurch für alle möglichen Krankheiten anfälliger.
Die pflanzenheilkundliche Behandlung bei Cushing
- Für das hormonelle Gleichgewicht:
Es werden Mönchspfeffersamen verwendet (Agnus Castus) für die Hirnanhangdrüse und die Nebennierenrinde. Hiervon gibt man dem Pferd 25-40 Gramm täglich (je nach Pferdegröße). Die Samen gibt man 8 Wochen am Stück und bei Bedarf kann man diese Kur bis zu 3 mal im Jahr wiederholen. Die Samen sollten über Nacht in Wasser eingeweicht werden und am nächsten Morgen werden die Samen samt Sud unter das gewohnte Futter gegeben, so werden sie besser verdaut. Man kann die Samen auch mahlen oder mit dem Mörser zerstoßen.
- Für die Nieren:
Des weiteren sind beim Cushing für die Nieren das Goldrutenkraut empfehlenswert. Man gibt täglich 20-30 Gramm (je nach Pferdegröße) für 6-8 Wochen.
- Für die Leber:
Für die Leberreinigung sollte man gleich zusätzlich auch Kräuter verabreichen. Zum Beispiel Mariendistelsamen (gemahlen oder über Nacht eingeweicht) oder Löwenzahnwurzel. Auch hiervon gibt man 20-30 Gramm täglich für 6-8 Wochen.
- Für das Immunsystem:
Falls das Pferd keine intakte Immunabwehr mehr haben sollte, können Sie bei Bedarf zum Beispiel täglich 20-30 Gramm Echinacea (Sonnenhut) verfüttern für maximal 8 Wochen am Stück. Echinacea soll nicht verfüttert werden bei Allergien oder anderen Autoimmunerkrankungen.
- Zum Aufbau bei Müdigkeit:
Falls nötig, kann man zum Aufbau bei starken Müdigkeitssymptomen Ginsengwurzeln verfüttern. Geben Sie hiervon nicht mehr als 30 Gramm pro Tag. Die Wurzeln werden über Nacht in kaltes Wasser gelegt und am nächsten Tag wird der Sud samt Wurzeln mit unter das gewohnte Futter gemischt.
- Bei Kreislaufproblemen:
Sollten Kreislaufbeschwerden auftreten beim Cushing, dann sind Weißdornkraut die richtige Wahl. 30 Gramm pro Tag für 6-8 Wochen sind eine gute Dosis.
- Bei vorhandenem Adenom oder Karzinom:
Es können täglich 20-30 Gramm Mistelkraut (je nach Pferdegröße) therapiebegleitend für 8 Wochen mit unter das Futter gegeben werden. Mistelkraut wird traditionell angewendet in der Tumorbehandlung und es stärkt das Immunsystem. Mistelkraut und Echinacea (Sonnenhut) sollten nicht zusammen verfüttert werden. Anstatt von Mistelkraut kann auch getrocknetes Schöllkraut gegeben werden. Pro Tag berechnet man hiervon 5-8 Gramm (je nach Pferdegröße) für 8 Wochen. Die Dosis sollte unbedingt eingehalten werden, da Schöllkraut in höheren Dosen toxisch wirkt. Bei getrocknetem Schöllkraut verliert das Kraut an Toxizität.
- Bei entstandener Hufrehe:
Siehe im Pferdewiki unter Krankheiten/Hufrehe.
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