Darmsanierung bei Darmstörungen
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Die Darm-Sanierung bei Darmstörungen
In vielen Fällen liegt eine Störung der Darmtätigkeit vor, aufgrund einer Darmerkrankung oder eines bakteriellen Ungleichgewichtes im Darm. Darmprobleme sind manchmal auch ein Symptom von anderen Störungen oder Erkrankungen im Körper und keine eigenständige Krankheit für sich betrachtet. Darmstörungen äußern sich in wässrigen Pferdeäpfeln, schmierigen und übelriechenden Pferdeäpfeln. Kotwasser kann separat von den Pferdeäpfeln auftreten. Außerdem können manchmal Blähungen und Krämpfe bei Darmstörungen auftreten. Ein aufgedunsener Bauch ist manchen Fällen auch zu beobachten.
Auslöser für Darmstörungen
Verwurmung, falsche Fütterung, Stress und Kummer, Erkrankungen des Nervensystems, bakterielle Erkrankungen (z.B. Borreliose...), virale Erkrankungen, reine Boxenhaltung=(Stress fürs Pferd), Einsamkeit (keine weiteren Pferdekumpels), wenig Rauhfutter, hastig gesoffenes kaltes Wasser, Fremdkörper im Futter, toxische Stoffe (z.B. Giftplanzen auf der Weide, Holzschutzmittel, Formaldehyd in Späneeinstreu, hochdosiertes synthetisches Mineralfutter, überdüngte Weiden, Pilzsporen im Heu), Arzneimittel (z.B. Antibiotika, Chemotherapeutika, ...), überhöhte Pestizide (Planzenschutzmittel) oder Nitrate im Futter, Salzlecksteine mit zusätzlichen Spurenelementen und Mineralstoffen (synthetisch zugesetzt), Klärschlamm auf Weiden (enthält hohe Mengen Schwermetalle), Probleme im Lendenbereich usw.
Behandlung bei Darmstörungen zur Darmsanierung
Zur Darmsanierung können täglich für 6- 12 Wochen folgende Zutaten gegeben werden:
- 30-50 Gramm Milchsäurebakterien (zum Beispiel Kanne Fermentgetreide)
- 30-50 Gramm Heilerde
- 20-30 Gramm Flohsamen.
Die Gramm-Angaben richten sich nach der Pferdegröße.
Die ganzen Zutaten sollten mit sehr viel Wasser eingeweicht werden, da Flohsamen extrem stark quellen. Man kann die Zutaten mit Rübenschnitzeln 12 Stunden lang zusammen einweichen oder mit dem gewohnten Futter zusammen verfüttern.
Diese Substanzen bauen die Darmschleimhaut wieder auf, sorgen für eine optimale Bakterienflora und helfen den Darm sich auf sanfte Art zu reinigen und zu regenerieren.
Sollte extrem langanhaltender Durchfall auftreten, können zusätzlich Elektrolyte gegeben werden, damit die Pferde nicht so stark abbauen.
Bei Verwurmung und daraus bedingten Darmstörungen
Es ist sinnvoll, eine Kotprobe vom Pferd zu entnehmen und diese bei einem Tiergesundheitsdienst auf Wurmeier untersuchen zu lassen. Selbst Pferde die regelmäßig entwurmt werden, können in seltenen Fällen hochgradig verwurmt sein. Wichtig ist auch, dass man zum Entwurmen nicht irgendein Antiwurmmittel kauft, sondern ein auf die Wurmart abgestimmtes Mittel verwendet.
Bei Erkrankungen des Nervensystems und daraus bedingten Darmstörungen
Zusätzlich Johanniskraut (Hypericum) geben. Dem Pferd täglich 15-20 Gramm Johanniskraut unter das Futter mischen. Diese Kräuterkur gibt man maximal 2 Monate lang. Die Lichtempfindlichkeit der Haut wird dadurch leider erhöht, deswegen sollte man Sunblocker um die Augen herum auftragen und auch die Haut um die Nüstern sollte man spätestens jeden 2. Tag mit Sunblocker dick einreiben.
Bei bakteriellen Erkrankungen und daraus bedingten Darmstörungen
Vom Tierarzt ein Antibiotikum geben lassen und oben beschriebene Darmsanierung nach der Antibiotika-Kur durchführen.
Bei viralen Erkrankungen und daraus bedingten Darmstörungen
- Vom Tierarzt ein entsprechendes Mittel geben lassen (falls möglich) und oben beschriebene Darmsanierung vornehmen.
- Zusätzlich kann man zur allgemeinen Immunstimulanz z.B. Echinacea (Sonnenhut) geben, 20-30 Gramm täglich für 4 Wochen. Echinacea nicht bei Allergien oder anderen Autoimmunerkrankungen verfüttern, da dies zu einer Verstärkung oder zu einem Ausbruch der Allergie führen kann.
Die Fütterung bei Darmstörungen
- Auf jegliches Obst und Gemüse verzichten.
- Keinen 2. Heuschnitt verfüttern, nur den 1. Heuschnitt. Der 2. Schnitt kann starken Durchfall verursachen. Das Heu sollte etwa 6-8 Wochen ablagern nach der Heuernte, dann erst darf es verfüttert werden.
- Das Pferd sollte täglich 5 Stunden Zeit zum Fressen haben (inkl. Weidegang), da sonst massive Magen-Darm-Störungen auftreten bei einem Pferd und dies zu Verwertungsstörungen des Futters führen kann. Bei akutem Durchfall kein frisches Gras verfüttern.
- Synthetisches Mineralfutter sehr sparsam dosieren, damit die Leber nicht überlastet wird. 30-50 Gramm pro Tag (je nach Pferdegröße) ist meistens ausreichend. Lieber etwas mehr Heu verfüttern.
- Möglichst keine Salzlecksteine mit synthetisch zugesetzten Mineralstoffen geben.
- Kein Weidegras oder Heu von Klärschlammweiden oder ehemaligen Klärschlammfeldern verfüttern.
- Schimmeliges Heu oder extrem staubiges Heu bitte nicht verfüttern (=erhöhte Pilzsporen).
- Bei Darmstörungen oder Darmerkrankungen sollte man auf Getreide verzichten und lieber eingeweichte unmelassierte Rübenschnitzel verfüttern.
- Giftpfanzen von der Weide entfernen, kein Heu mit Giftpflanzen verfüttern.
- Silage führt in vielen Fällen auch zu Darmstörungen und sollte deshalb vermieden werden.
Vorbeugende Maßnahmen
- Pferde auf Stroh stellen, besser nicht auf Späne.
- Chemische Holzschutzmittel meiden (reines Leinöl für den Holzanstrich ist meistens ausreichend).
- Bei Weidedüngung mindestens 4 Wochen warten und erst dann die Pferde auf die Weide stellen.
- Kein Weidegras oder Heu von Klärschlammweiden oder ehemaligen Klärschlammfeldern verfüttern.
- Kein schimmeliges Heu oder extrem staubiges Heu verfüttern (=erhöhte Pilzsporen).
- Stress der Pferde abstellen. Pferde niemals alleine halten, da Pferde Herdentiere sind.
- Dafür Sorge tragen, dass das Pferd viel an die frische Luft kommt und viel Bewegung hat (reine Boxenhaltung vermeiden, da dies Stress bedeutet für ein Pferd).
- Im Frühjahr Pferde minutenweise ganz langsam an das frische Weidegras gewöhnen.
- Regelmäßiges entwurmen (ca. 2-4 mal im Jahr) sollte unbedingt eingehalten werden, da Würmer toxische Stoffe in den Magen-Darm-Trakt einbringen können und diese somit in den Organismus des Pferdes gelangen und auch den Darm und die Leber stark belasten. Außerdem beeinträchtigen Würmer im Darm eine optimale Nährstoffverwertung des Futters und können zu starken Störungen des Darmes führen.

