Wurmbefall

Aus Pferd Pferdewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wurmbefall bei Pferden

Entsprechend einer älteren Ansicht sollten Pferde regelmäßig ca. alle 3 Monate entwurmt werden. Werden nur wenige Pferde auf vielen Hektar Weideland gehalten und die Pferdeäpfel werden täglich oder spätestens alle 2 Tage abgesammelt, dann reicht es manchmal auch, wenn die Pferde nur 2 mal im Jahr entwurmt werden. Zur zusätzlichen Kontrolle des Wurmbefalls, kann man ein bis zwei mal im Jahr eine kleine Menge Pferdeäpfel an einen Tiergesundheitsdienst schicken und die Äpfel auf Wurmeier untersuchen lassen. Selbstverständlich kann man auch einem Tierarzt die Pferdäpfel zur Untersuchung mitgeben. Neuere Erkenntnissen zufolge sollte jedoch besser vor jeder angedachten Entwurmung eine Kotprobendiagnostik erfolgen. Auf Grundlage des jeweiligen Kotprobenergebnisses sollte dann entschieden werden, ob eine entwurmende Behandlung notwendig ist oder nicht (Selektive Entwurmung).

In der freien Wildbahn können die Pferde regelmäßig weiter ziehen, wenn der Weideplatz stark mit Pferdäpfeln verunreinigt ist und so der Erdboden mit Wurmeiern durchzogen wird. Außerdem finden Pferde in freier Wildbahn eine entsprechende Kräutervielfalt, die unter anderem auch dafür sorgt, dass die Pferde bei Aufnahme entsprechender Kräuter auf natürliche Weise entwurmt werden. Da diese nätürlichen Gegebenheiten bei einem Pferd mit Weidegang nicht gegeben sind, sollte der Pferdehalter für die Kontrolle des Endoparasitenbefalles und falls notwendig für eine Entwurmung des Pferdes sorgen.

Viele erwachsene Pferde (70-80%) sind nach neusten Erkenntnissen gar nicht oder nur mit geringen Mengen an Endoparasiten befallen. Ein solch geringer, nicht gesundheitsbeeinträchtigender Endoparasitenbefall steigert sogar eher noch das Immunsystem. Ein starker und gesundheitsbeeinträchtigenden Wurmbefall sorgt dafür, dass der Magen-Darm-Trakt des Pferdes mit giftigen Stoffen der Würmer belastet wird. Dadurch können alle möglichen Krankheiten entstehen, je nach Schwachpunkt des Organismus des Pferdes. Manche Pferde bekommen durch Wurmbefall Durchfall oder Koliken, andere haben ein struppiges und glanzloses Fell, manche magern stark ab und wiederum andere bekommen Hautkrankheiten oder andere Organe werden in Mitleidenschaft gezogen. Auf jeden Fall wird durch starken Wurmbefall die Nähstoffaufnahme behindert und die Pferde leiden dadurch oft an einem Mineralienmangel, der wiederum alle möglichen Krankheiten nach sich ziehen kann.

Eine gestörte Bakterienflora fördert den Wurmbefall im Magen-Darm-Trakt. Deswegen sollte man bedenken: Sollte das Pferd immer wieder stark verwurmt sein, obwohl regelmäßig entwurmt wird, dann kann man versuchen eine Milchsäurepräparat zu geben. Dies verhindert nicht die Verwurmung, jedoch kann dadurch der Wurmbefall leicht eingedämmt werden, sofern das Pferd immer wieder unter extremer Verwurmung leiden sollte. Als Milchsäurepräparat eignet sich zum Beispiel Kanne Fermentgetreide. Hiervon gibt man täglich 50-80 Gramm für insgesamt 4 Wochen. In schwerwiegenden Fällen muss das Fermentgetreide manchmal auch ein halbes Jahr lang gegeben werden. Regelmäßige Entwurmungen sollten auch dann stattfinden, wenn das Pferd Milchsäurebakterien erhält.

Ein viel häufigerer Grund für einen starken Endoparasitenbefall trotz frequenter Entwurmungsbehandlungen (jedoch ohne vorherige Kotprobenkontrollen), können Resistenzentwicklungen der Endoparasiten gegen die verwendeten Wirkstoffgruppen und Wirkstoffe sein. Diese Resistenzentwicklungen sind ein sehr großes Problem in der Pferdemedizin. Eine vorangeschaltete und nachgeschaltete Kotprobendiagnostik hilft, Resistenzentwicklungen entgegenzuwirken.


Folgende chemische Wirkstoffe und andere (hier nicht erwähnte) sind zur Zeit auf dem Markt erhältlich, um adulte Würmer abzutöten:

  • Wirkstoffgruppe Makrozyklisches Lakton, Wirkstoff Ivermectin: Große therapeutische Breite bei vielen Wurmarten, auch bei den Magendasseln.
  • Wirkstoff Febantel: Wird gegeben bei Fadenwürmern und Strongyliden. Keine Wirkung bei Magendasseln, dafür ist eine große therapeutische Breite vorhanden.
  • Wirkstoffgruppe Makrozyklisches Lakton, Wirkstoff Moxidectin: Große therapeutische Breite bei vielen Wurmarten.
  • Wirkstoff Oxfendazol: Gut gegen Fadenwürmer, kleine und große Strongyliden und Pfriemenschwänze. Wirkt nicht bei Magendasseln.
  • Wirkstoff Oxibendazol: Gut gegen Fadenwürmer, kleine und große Strongyliden und Pfriemenschwänze. Wirkt nicht bei Magendasseln.
  • Wirkstoffgruppe Tetrahydropyremidin, Wirkstoff Pyrantel-Pamoat: Gut gegen kleine und große Strongyliden, auch gegen Fadenwürmer wirksam und gegen Bandwürmer ( nur in doppelter Dosierung). Nicht zusammen einsetzen mit Piperazin.
  • Wirkstoff Piperazin: Wirksam gegen Fadenwürmer, große und kleine Strongyliden und Pfriemenschwänze.


Vorbeugende-und therapiebegleitende Wurmbehandlung in der Naturheilkunde

Bei Wurmbefall kann das Propolis gegeben werden. Propolis ist das Kittharz der Bienenvölker. Es kräftigt das Immunsystem und kann deshalb an Pferde gegeben werden, welche immer wieder zu starkem Wurmbefall neigen. Denn nur Pferde mit geschwächtem Immunsystem, neigen immer wieder zu starkem und ständig wiederkehrenden Wurmbefall. Man kann einmal täglich 2 Gramm geschnittenes Propolis oder Propolispulver pro 100 kg Körpergewicht geben, für mindestens 3 Wochen oder auch über einen längeren Zeitraum. Von Propolistinktur ist abzuraten, da es meistens 80 Teile Alkohol und maximal 20 Teile Propolis enthält. Der Wirkstoffgehalt von 2 ml Propolistinktur ist somit sehr gering. Es sollte nach einer dreiwöchigen Gabe von Propolis der Kot der Pferde auf Wurmeier-und Larven im Labor untersucht werden. In manchen Fällen wurde über das Ergebnis sehr positiv berichtet. Es gibt bisher allerdings keine wissenschaftlichen Nachweise darüber, ob das Propolis die Wurmlarven-und Eier abtöten kann. Man vermutet jedoch, das durch die verstärkte Abwehrlage im Darm, der Aufenthalt für Würmer sehr ungemütlich ist.

Weblinks