Muskelzerrungen

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Muskelzerrungen beim Pferd

Bei Muskelzerrungen können einzelne Muskelfasern stark überdehnt werden oder auch angerissen werden. Bei angerissenen Muskelfasern kommt es meist zu Einblutungen in der Muskulatur und es können auch Blutgefäße reißen. Es bilden sich dann Blutergüsse, die sich sehr groß oder aber auch nur klein und punktförmig darstellen. Bei sehr schwerwiegenden Muskelzerrungen können sogar Lähmungen auftreten, weil Nerven mit verletzt worden sind und ein großer Bluterguss die Nerven bedrängt. Die Pferde fangen an zu lahmen, werden bewegungsunwillig und haben meist schwere Schmerzen.

Ursachen einer Muskelzerrung

Eine Muskelzerrung kann zum Beispiel entstehen, wenn das Pferd in kaltem Zustand von 0 auf 100 hochgepeitscht wird, damit es möglichst schnell ist beim Ausritt. Auch untrainierte Pferde und Pferde aus reiner Boxenhaltung neigen von der Tendenz her eher zu Muskelzerrungen, da die Muskeln nocht nicht warm geworden sind durch ausreichende Bewegung. Stürze auf der Weide oder unter dem Reiter können auch zu Muskelzerrungen führen.

Behandlung von Muskelzerrungen

  • Zu allererst sollten die entsprechenden Muskeln stark gekühlt werden mit einem nassen Handtuch oder mit großen Kühlpads. Äußerlich kann man später kalten Arnikatee mit einem Handtuch benetzen und die entsprechenden Stellen damit behandeln. An den Beinen können gut Angußverbände gemacht werden mit Arnikatee, die man tagsüber oder auch nachts einwirken lassen kann.
  • Innerlich kann man Arnika D3 oder D4 geben. Stündlich ca. 3-5 Tabletten auf oder unter die Zunge geben. Nach 1 Tag kann man 3 mal täglich 5-8 große Tabletten geben, solange bis die Muskelzerrung verheilt ist. Anstatt der Tabletten kann man auch 1 mal täglich 5 ml Arnika D4 unter die Haut spritzen. Arnikaampullen zum Spritzen bekommt man in der Apotheke und Tabletten auch.
  • Das Pferd sollte bei starken Muskelzerrungen sehr ruhig gehalten werden, notfalls auch in der Box, solange bis sich der Zustand gebessert hat. Unruhe im Stall sollte vermieden werden, damit das Pferd nicht so aufgetrieben wird und sich schnell und ruckartig bewegt. Bei leichten Muskelzerrungen ist es oft in Ordnung das Pferd in der Herde mit weiden zu lassen, sofern es sich um ein sehr ruhige Herde handelt.

Zur Vorbeugung

  • Vorbeugend kann man sagen, dass man seit Pferd immer 20 Minuten warm Reiten soll im Schritttempo, bevor man richtig Gas gibt.
  • Offenstallhaltung ist günstiger als reine Boxenhaltung, da die Muskulatur schon vorgewärmt ist und nicht so leicht überdehnt wird.
  • Der Trainingszustand des Pferdes sollte immer an die Reitweise angepasst sein. Übertriebene Trainingseinheiten sollten unterbunden werden, damit keine Muskeln überlastet werden.
  • Eine Pferde-Herde sollte so zusammen gestellt sein, dass die Pferde möglichst gut miteinander auskommen und nicht auf zu beengtem Raum gehalten werden. Dies minimiert die Verletzungsgefahr unter den Pferden und Stürze mit Muskelzerrungen sind nahezu ausgeschlossen.


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