Sommerekzem
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Die Behandlung des Sommerekzems in der Phytotherapie
Das Sommerekzem beim Pferd, fälschlicherweise auch Räude genannt, entsteht nicht aufgrund eines Milbenbefalls, sondern wird durch eine Stoffwechselstörung verursacht. Auch eine allergische Reaktion auf die Substanz, die die Kriebelmücke durch beißen überträgt, sorgt für eine Überreaktion des Körpers. Das Sommerekzem kann sich zeigen durch Schwellungen und Entzündungen an Brust, Schlauch, Euter, Unterbauch, Mähnenkamm, Schweifrübe, um die Augen herum, an den Ohren und entlang der Wirbelsäule. Oft zeigt sich auch eine stark schuppige und ölige Haut. In seltenen Fällen fällt die Oberhaut an den genannten Körperteilen in riesigen Fetzen ab.
Äußerliche Behandlung des Sommerekzems
Alle Hautstellen, die durch Kriebelmücken angefallen werden (Rückenpartie, Mähnenkamm, Schweifrübe, Unterbauch, Brust, Achseln, Schenkelinnenflächen, Ohren), sollten täglich mit einer Mischung aus Babyöl und ätherischen Ölen eingerieben werden. Für 1 Liter Babyöl berechnet man ca. 15 ml ätherische Öle. Als Ätherischölzugabe eignen sich: Teebaumöl oder Lavendelöl oder Lavandinöl. Diese wirken juckreizstillend, wundheilungsfördernd und mückenabwehrend. In extrem seltenen Fällen führen die ätherischen Öle zu allergischen Reaktionen der Haut, dann sollten sie sofort abgesetzt werden und nur reines Babyöl verwendet werden. Die genannten ätherischen Öle brennen nicht auf offenen Hautwunden, auch wenn sie pur angewendet werden. Lavendelöl wirkt zusätzlich leicht schmerzstillend.
Innerliche Behandlung des Sommerekzems
- Mit einer Mischung aus Kräutern, die die Nieren stärken und blutreinigend wirken: Zum Beispiel Brennessel, Goldrute, Bärlauch (jeweils 15-30 Gramm täglich für 6 Wochen).
- Mit Kräutern, die die Leber kräftigen und reinigen: Zum Beispiel Labkraut, Löwenzahnkraut, Löwenzahnwurzel und/oder Mariendistelsamen (jeweils 15-30 Gramm täglich für 6 Wochen).
- Mit Kräutern, die den Darm reinigen: Bärlauch oder Knoblauch (jeweils 15-30 Gramm täglich für 6 Wochen).
- Mit hochdosierter Teufelskrallenwurzel bei extrem akuten Schüben eines Sommerekzems. Dosierung: 50-130 Gramm Teufelskrallenwurzel täglich unter das Futter geben. Die Wurzeln sollten über Nacht in viel kaltes Waser gelegt werden und am nächsten Morgen wird der gesamte Sud unter das Futter gemengt. Dies wirkt stark entzündungshemmend und abschwellend. Teufelskrallenwurzel nicht anwenden bei Magen-Darm-Geschwüren. Nicht vorbeugend verfüttern. Ist das Sommerekzem abgeflaut, sollte die Teufelskrallenwurzel abgesetzt werden.
- Extrem wichtig bei akuten Kranheitsschüben sind außerdem Milchsäurebakterien zur Darmpflege (z.B. Kanne Fermentgetreide).
Zur Fütterung
- Eiweiß reduzieren, also nur den 1. Heuschnitt verfüttern.
- Keine Silage geben.
- Weiden nicht düngen.
- Nur biologisches Futter ohne chemische Planzenschutzmittel verfüttern.
- Kein Fertigmüsli oder pelletiertes Kraftfutter geben, da diese manchmal chemische Substanzen enthalten wie z.B. Lockstoffe, Farbstoffe, synthetische Aromen (Parfüm), Konservierungsmittel,usw. Diese Substanzen belasten den Hautstoffwechsel sehr stark.
- Kein synthetisches Mineralfutter verfüttern. Nur pflanzliche Nahrungsergänzungen geben.
Zum Beispiel:
Chlorellaalgen (30-50 Gramm täglich) oder Spirulinaalgen (30-50 Gramm täglich) oder Ascophyllum nodosum (15 Gramm täglich) oder Bierhefe (50 Gramm täglich) und Kieselgur (30 Gramm täglich).
Chlorellaalgen und Spirulinalgen bitte nur aus Aquakulturen geben. Wenn die Algen aus Seen stammen, dann können sie toxische Microcystine enthalten. Diese sind in anderen Algenarten enthalten, die manchmal versehentlich mit abgefischt werden bei der Ernte.
Weitere empfehlenswerte Tipps zur Fütterung
- Ungespritztes Obst und Gemüse verfüttern.
- Kaltgepresste Öle geben: Leinöl, Sonnenblumenöl oder Distelöl. Jeweils 50 Milliliter täglich.
- Salz verfüttern ohne chemische Zusatzstoffe: z.B. Himalaya Salzleckstein oder ungebleichtes Meersalz ohne Zusätze oder unbehandeltes Steinsalz.

