Hautpilz

Aus Pferdewiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Hautpilz bei Pferden (Dermatomykosen)

Bei Hautpilzerkrankungen erscheinen bis zu erbsengroße Erhebungen auf der Haut. Die Haare fallen später irgendwann aus und zurück bleibt ein krustige, verschorfte und schuppige Haut. Die Pferde scheuern sich sehr stark und die entsprechenden Hautstellen fangen an zu nässenden Wunden zu werden. Hautpilz kann zu großflächigen und zu kleinfächigen Hautveränderungen am Körper führen, je nachdem. Ein Pilznachweis aus einem Labor schafft letztendlich Klarheit, ob es sich um einen Pilz handelt.

Die Auslöser für Hautpilz

Pilze leben überall in unserer Umwelt. Im Erdboden, im Mist, an Putzutensilien, auf Pferdedecken, auf dem Sattel, im Pferdestall, usw. Deswegen reicht es grundsätzlich nicht aus pilztötende Substanzen zu verwenden.Wenn das Milieu im Organismus des Pferdes nicht verändert wird, dann findet der Pilz immer und überall Möglichkeiten das Pferd zu attackieren. Ganz allgemein kann man sagen, dass Pferde mit einem geschwächten Immunsystem leichter von Pilzen befallen werden. Auch tägliches übertriebenes Waschen mit tensidhaltigen Waschmitteln, wie z.B. handelsüblichen Shampoos, können Hautpilz auslösen. Ein Pferd muss überhaupt nicht gewaschen werden. Die Natur sorgt dafür, das Haut und Haar sich von selbst reinigen. Gegen gelegentliches Waschen mit einem milden Babyshampoo ist allerdings nichts einzuwenden. Hautpilz kann auch ausgelöst werden durch eine falsche Fütterung. Zum Beispiel durch übergroße Mengen von Silage und Getreideprodukten. Diese übersäuern den Organismus des Pferdes sehr stark. Auch Stress, verursacht durch falsche Behandlung oder falsche Haltung, schwächt das Immunsystem und kann unter anderem auch Hautpilzerkrankungen hervorrufen.

Die innerliche Behandlung bei Hautpilzerkrankungen

  • Grundsätzlich sollte eine Darmsanierung vorgenommen werden. Bei einmaligen Pilzerkrankungen reicht es, wenn Milchsäurebakterien dem Futter beigegeben werden. Zum Beispiel das Kanne Fermentgetreide. Dies gibt man 6 Wochen bis 12 Monate, je nachdem wie hartnäckig der Pilz ist. Bei immer wiederkehrenden Pilzerkrankungen fängt man mit kolloidalem Silber an. 3 mal täglich 30 ml (mit 25 ppm) auf die Zunge spritzen oder man gibt täglich ca. 90 ml kolloidales Silberwasser in das Trinkwasser. Dies wirkt pilzabtötend, insbesondere im Magen-Darm-Trakt. Diese Kur sollte circa 4 Wochen durchgeführt werden. Danach wird die Darmflora mit Milchsäurebakterien wieder aufgebaut, auch wieder für 6 Wochen bis 12 Monate, je nachdem wie hartnäckig die Pilzerkrankung in der Vergangenheit war.
  • Um den Hautstoffwechsel zu aktivieren, gibt man dem Futter folgende Kräuter bei: Labkraut oder Löwenzahn oder Mariendistelkraut, Bärlauch oder Knoblauch und auf jeden Fall auch Goldrutenkraut. Pro Kraut gibt man ca. 20-30 Gramm pro Tag, je nach Pferdegröße. Insgesamt verwenden Sie also 3 verschiedene Kräuter pro Tag. Eine Kräuterkur sollte für 6 Wochen angelegt sein.

Die äußerliche Behandlung bei Hautpilzerkrankungen

  • Konventionell behandelt verwendet man meistens Waschlösungen mit dem Namen Ivamerol oder Mycophyt. Diese erhält man in der Apotheke oder direkt beim Tierarzt.
  • Es gibt aber auch noch andere Mittel aus dem naturheilkundlichen Bereich, die zuverlässig Pilze abtöten. Zum Beispiel Obstessig. Man stellt eine Mischung aus 2/3 Wasser und 1/3 naturreinem Obstessig her und wäscht das komplette Pferd täglich 3 Wochen lang damit ab. Obstessig tötet alle Pilzarten und auch Bakterien ab. Außerdem wird der ph-Wert der Haut dadurch optimiert. Obstessig sollte nie pur verwendet werden für die Haut.
  • Weitere Mittel gegen Pilze sind verdünntes Teebaumöl, kolloidales Silberwasser oder verdünntes Grapefruitkernextract. Diese Mittel kann man alle äußerlich anwenden. Sie werden fast immer gut vertragen. Wichtig ist, diese Mittel täglich anzuwenden für 3 Wochen am Stück und das ganze Pferd damit zu waschen.
  • Bitte denken Sie daran, daß Sie Ihr Pferd im Winter nur komplett abwaschen können, wenn es hinterher in einem Solarium vollständig abtrocknen darf. Ist kein Solarium vorhanden, kann man im Winter darauf verzichten das Pferd vollständig abzuwaschen. Es können dann die einzelnen Hautpilzbezirke mit den entsprechenden Lösungen eingesprüht oder abgetupft werden. Bei großflächigen Hautpilzerscheinungen können Sie nach der Behandlung eine Decke überlegen, die man in der Waschmaschine kochen kann.

Weitere äußerliche Maßnahmen

Der Sattel, alle Putzutensilien und alle anderen Gegenstände mit den das Pferd Kontakt hat, sollten mit Obstessigwasser abgewaschen oder eingelegt werden. Man kann auch eine 3% Formalin-Lösung aus der Apotheke verwenden. Alle Satteldecken und Abschwitzdecken sollten mindestens bei 60 Grad eine Stunde in der Waschmaschine gewaschen werden oder in Obstessigwasser 1 Stunde eingelegt werden.

Die Fütterung

Wichtig ist auch eine pferdegerechte Fütterung und Haltung, damit das Immunsystem des Pferdes nicht weiter geschwächt wird. Näheres dazu siehe hier im pferdewiki unter Pferdefütterung. Außerdem ist es sinnvoll 3 Monate lang auf sämtliche Getreideprodukte zu verzichten, wenn das Pferd immer wieder unter Hautpilz leiden sollte. Auch auf Silage sollte verzichtet werden.

Persönliche Werkzeuge
pferdewiki is sponsored by
Google AdSense