Hautjucken

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Hautjucken bei Pferden

Symptome

Das Hautjucken der Pferde erkennt man schnell am Scheuern und Kratzen. Die Pferde suchen gerne Bäume oder Pfähle auf, um sich daran zu reiben. Manchmal kann man kleine Erhebungen an der Haut erkennen, es können auch rötende und nässende Hautstellen zu sehen sein. Auch Schuppen und Krusten können in manchen Fällen vermehrt auftreten. Bei starkem Juckreiz sind die Pferde gereizt und auch manchmal widerspenstig.

Ursachen

Die Ursachen für das Hautjucken können unterschiedlicher Natur sein. Hautjucken kann durch Parasiten ausgelöst werden. Zum Beispiel durch Läuse oder Milben, durch Fliegen, Mücken oder Zecken. Die Wurmart der Pfriemenschwänze kann speziell an der Schweifwurzel Juckreiz auslösen, Die übertragenen Würmer durch die Culicoidesfliege (Kriebelmücke) legt ihre Eier gerne am Mähnenkamm der Pferde ab. Die Phytiosis ist eine Hautveränderung, die durch Larven des Parasiten Phycomyces ausgelöst wird und sich durch Juckreiz und geschwollene tumorähnliche Geschwulste äußert. Pilzerkrankungen der Haut führen ebenfalls zu Juckreiz. Zu bedenken wäre auch noch, ob das Pferd Hautjuckreiz entwickelt aufgrund von Kontakt mit Waschmittelresten in Decken.

Stoffwechselerkrankungen und ein Überangebot an eiweißreichen Futtermitteln fördern den Juckreiz der Haut, sind jedoch nicht immer der ursächliche Auslöser für den Juckreiz. Pferde die in extrem unhygienischen Verhältnissen leben und schlecht gefüttert werden, können manchmal auch unter starkem Juckreiz leiden. Unter Unhygiene ist kein Pferd gemeint, das über und über mit Erde bedeckt ist, durch das Wälzen auf dem Erdboden. Gemeint sind Boxen, die nicht ausgemistet werden und die das Pferd nicht verlassen kann zum Weidegang.

Bei Parasitenbefall und Pilzbefall

Bei Pilzbefall oder parasitenbedingten Hautjucken sollten unbedingt vom Tierarzt die entsprechenden Mittel gegeben werden. Um einen weiteren Befall durch Hautparasiten zu verhindern, ist es sinnvoll, das Immunsystem und den Hautstoffwechsel des Pferdes zu stärken. Bei Autoimmunerkrankungen sollte man keine Mittel geben, die das Immunsystem steigern bzw. stärken. In den meisten Fällen ist es sinnvoller, den Hautstoffwechsel zu stabilisieren.


Bei Stoffwechselerkrankungen den Hautstoffwechsel stabilisieren

  • Den Hautstoffwechsel stabilisieren kann man mit Kräutern, die die Nieren stärken und blutreinigend wirken: Zum Beispiel mit Brennessel, Goldrute, Zinnkraut (jeweils 15-30 Gramm täglich für 6 Wochen).
  • Zusätzlich mit Kräutern, die die Leber kräftigen und regenerieren: Zum Beispiel Labkraut, Löwenzahnkraut, Löwenzahnwurzel und/oder Mariendistelkraut (jeweils 15-30 Gramm täglich für 6 Wochen).
  • Und mit Kräutern, die den Darm reinigen: Bärlauch oder Knoblauch (jeweils 15-30 Gramm täglich für 6 Wochen).
  • Zusätzlich mit Milchsäurebakterien für eine gesunde Darmflora. Zum Beispiel Kanne Fermentgetreide für 6 Wochen täglich mit unter das Futter geben.


Die äußerliche Behandlung bei Hautjucken

Für die äußerliche juckreizstillende Behandlung haben sich zum Beispiel folgende Öle/Kräuterauszüge bewährt:

  • Frischpflanzensaft aus Spitzwegerich
  • Ätherisches Lavendelöl
  • Ätherisches Teebaumöl
  • Zinksalbe
  • Silicea-Gel
  • usw.

Die ätherischen Öle sollte man mit Babyöl vermengen, da sie pur verwendet zu konzentriert für die Haut sind. Auf 1 Liter Babyöl berechnet man ca. 15-30ml ätherisches Öl.

Frischpflanzensaft aus Spitzwegerich erhält man in Reformhäusern oder auch in Apotheken. Man kann den Spitzwegerich auch selber sammeln und als Tee aufgießen. Der Tee wird für Einreibungen benutzt und man kann ihn auch in einen Pumpzerstäuber füllen und die entsprechenden Hautzonen damit einsprühen.

Zinksalbe erhält man aus der Apotheke und manchmal auch im Agrarhandel.

Silicea-Gel erhält man aus Reformhäusern oder Apotheken.

Zur Vorbeugung und bei akutem Hautjucken die Fütterung und Haltung optimieren

  • Dafür Sorge tragen, dass das Pferd in sauberen Ställen leben darf und täglich an die frische Luft kommt.
  • Eiweiß reduzieren, also nur den 1. Heuschnitt verfüttern.
  • Keine Silage geben, dies führt zu Übersäuerung des Organismus und es werden Hautkrankheiten und Hautjuckreiz gefördert.
  • Weiden nicht düngen oder mit organischen Stoffen düngen.
  • Nur biologisches Futter ohne chemische Planzenschutzmittel verfüttern.
  • Kein Fertigmüsli oder pelletiertes Kraftfutter geben, da diese manchmal chemische Substanzen enthalten wie z.B. Lockstoffe, Farbstoffe, synthetische Aromen (Parfüm), Konservierungsmittel,usw. Diese Substanzen belasten den Hautstoffwechsel sehr stark.
  • Synthetisches Mineralfutter sehr sparsam dosieren. 20-50 Gramm pro Tag (je nach Pferdegröße) ist meistens ausreichend. Lieber etwas mehr Heu verfüttern. Anstatt synthetische Nahrungsergänzungen kann man auch pflanzliche Nahrungsergänzungen als Mineralfutter geben. Zum Beispiel: Chlorellaalgen (30-50 Gramm täglich) oder Spirulinaalgen (30-50 Gramm täglich) oder Ascophyllum nodosum (15 Gramm täglich) oder Bierhefe (50 Gramm täglich) und Kieselgur (30 Gramm täglich).Chlorellaalgen und Spirulinalgen bitte nur aus Aquakulturen geben. Wenn die Algen aus Seen stammen, dann können sie toxische Microcystine enthalten. Diese sind in anderen Algenarten enthalten, die manchmal versehentlich mit abgefischt werden bei der Ernte.
  • Ungespritztes Obst und Gemüse verfüttern.
  • Kaltgepresste Öle geben: Leinöl, Sonnenblumenöl oder Distelöl. Jeweils 50 Milliliter täglich.
  • Salz verfüttern ohne chemische Zusatzstoffe: z.B. Himalaya Salzleckstein oder ungebleichtes Meersalz ohne Zusätze oder unbehandeltes Steinsalz.
  • Bei der Fütterung sollte darauf geachtet werden, das das Heu schimmelfrei ist und nicht zu sehr staubt. Auch das Stroh auf dem die Pferde stehen sollte schimmelfrei sein, da sonst Schimmelsporen über die Atemwege in den Organismus der Pferde gelangen können. Schimmeliges Brot sollte auf keinen Fall verfüttert werden.
  • Regelmäßiges entwurmen (ca. 2-4 mal im Jahr) sollte unbedingt eingehalten werden, da Würmer toxische Stoffe in den Magen-Darm-Trakt einbringen können und diese somit in den Organismus des Pferdes gelangen und auch den Hautstoffwechsel belasten. Juckreiz der Haut kann so indirekt gefördert werden.
  • Giftpflanzen sollten von der Weide entfernt werden.
  • Chemische Holzschutzmittel sollten nach Möglichkeit nicht verwendet werden. Für den Anstrich von Holz eignet sich sehr gut dick aufgepinseltes Speise-Leinöl.
  • Bei der Getreidefütterung nach Möglichkeit Bio-Hafer, Bio-Dinkel oder Bio-Gerste verfüttern. Bei schlechter Verdaulichkeit kann das Getreide geschrotet, gewalzt oder über Nacht in Wasser eingeweicht werden.
  • Nur biologisches Futter ohne chemische Planzenschutzmittel verfüttern.
  • Vorsichtshalber auf Späneeinstreu verzichten, da sehr oft Formaldehyd darin enthalten ist. Eine sehr gute Alternative hierzu ist Rindenmulch.
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