Abmagerung

Aus Pferdewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Abmagerung beim Pferd

Symptome

Gewichtsverlust beim Pferd kann durchaus mal vorkommen. Dies erkennt man daran, dass beim Pferd die Rippen oder Wirbel heraus stehen. Manchmal steht an der Schweifrübe auch ein knochiger Vorsprung heraus und das Fell sieht struppig und stumpf aus. Die Pferde wirken oft schlapp und energielos. Die körperliche Verfassung ist insgesamt schlecht.

Ursachen

Pferde können abgemagert aussehen, wenn sie stark verwurmt sind. Bei Leber-und Darmerkrankungen- oder Störungen nehmen Pferde auch an Gewicht ab, da sie das Futter im Magen-Darm-Trakt nicht entsprechend aufschließen und verwerten können, Erkrankungen des Nervensystems (zum Beispiel Tollwut, Borreliose, etc.) und andere schwere Infektionen führen auch zum Gewichtsverlust, auch Zahn-und Kieferprobleme können dies auslösen oder Entzündungen und Geschwüre im Verdauungsapparat (durch schmerzstillende Medikamente verursacht) sind auch nicht selten zu beobachten. Sollte das Pferd chronische Schmerzen haben (zum Beispiel bei Gelenkerkrankungen, Krebs, etc.), kann auch dies zu einer schwerwiegenden Abmagerung führen und selbstverständlich führt auch eine unsachgemäße Fütterung des Pferdes zu Gewichtsverlust. Ein mittelstarker bis starker Selenmangel kann ebenfalls zu starkem Gewichtsverlust führen. Zu allerletzt wäre noch zu Bedenken, ob das Pferd zu wenig Futter erhält, weil es zum Beispiel rangnieder ist und von der Herde beim Fressen verscheucht wird.

Die Behandlung bei Leber- und Darmstörungen

  • Zur Regeneration und Entgiftung der Leber eignet sich Mariendistelkraut. Täglich 30 Gramm mit unter das Futter mischen für insgesamt 2 Monate. Bei Darmstörungen sollte man täglich Milchsäurebakterien mit unter das Futter geben. Zum Beispiel Kanne Fermentgetreide. Täglich 30 Gramm für mindestens 2 Monate oder auch länger, je nach Bedarf. Bei Darmstörungen oder Darmerkrankungen sollte man auf Getreide verzichten und lieber eingeweichte Rübenschnitzel oder Maisflocken verfüttern.
  • Darmstörungen gehen oft mit einer überlasteten Leber einher, deswegen sollte das Mariendistelkraut unbedingt mit den Milchsäurebakterien zusammen verfüttert werden um ein gutes Ergebnis zu erhalten.
  • Sollten die Darmstörungen schon seit Jahren bestehen und nicht nur kurzfristig, dann ist eine sanfte Darmsanierung sinnvoll.Hierfür kann man Heilerdepulver benutzen, zusätzlich zum Mariendistelkraut und den Milchsäurebakterien. Vom Heilerdepulver gibt man täglich 30-50 Gramm (je nach Pferdegröße) für 2 Monate.

Zur besseren Fütterungsverwertung

  • Um die Futterverwertung zu optimieren, kann man zusätzlich zu oben genannten Substanzen folgende Kräuter geben: Kamillenkraut, Gänsefingerkraut, Labkraut (auch Klettenlabkraut)und Bockshornkleesamen. Diese Kräutermischung steigert den Appetit, wirkt entzündungshemmend auf die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt und sorgt für eine gesunde Futterverwertung. Pro Kraut und Tag gibt man ca. 10-20 Gramm, je nach Pferdegröße. Verfüttert wird diese Mischung ca. 2 Monate.
  • Vorsicht: Bei einer Allergie gegen Korbblütler sollte keine Kamille verwendet werden.

Die Fütterung bei Selenmangel

Bei starkem Selenmangel können Pferde abnehmen. Man kann 2 mal pro Jahr 6 Wochen lang Selen verfüttern. Bei einem Selengehalt von 50 Milli-Gramm pro Kilo, gibt man einem 500-600 kg Großpferd täglich 30 Gramm von dem Selenprodukt für 6 Wochen. Einem Kleinpferd oder Pony können 15-20 Gramm des Selenpräparates verabreicht werden. Selen sollte nicht zusammen mit Vitamin C (Obst, Allroundmineralfutter mit Vitamin C, etc.) verfüttert werden, da das Selen sonst schlecht vom Körper aufgenommen wird. Eine Selenkur kann 2 mal pro Jahr für 6 Wochen verfüttert werden, da Selen in den Nieren, der Leber, der Schilddrüse und auch im Muskelgewebe gespeichert wird und bei Bedarf mobilisiert werden kann. Wenn man dauerhaft ein Allroundmineralfutter verfüttert, welches Selen enthält (zum Beispiel 15 Milli-Gramm pro Kilo), dann benötigt man in vielen Fällen kein oder nur deutlich weniger an zusätzlichem Selen. Der Selen-Gehalt im Blut sollte alle 1-2 Jahre vom Tierarzt untersucht werden, indem man das Blut abnimmt um im Labor untersuchen lässt. Selen sollte immer sehr exakt dosiert werden, da es in größeren Mengen toxisch wirken kann.

Die Entwurmung

  • Es ist sinnvoll, eine Kotprobe vom Pferd zu entnehmen und diese bei einem Tiergesundheitsdient auf Wurmeier untersuchen zu lassen. Selbst Pferde die regelmäßig entwurmt werden, können in seltenen Fällen hochgradig verwurmt sein. Sollte dies der Fall sein, unbedingt oben genannte Maßnahmen für Leber-und Darmerkrankungen anwenden um einen weiteren Befall mit Würmern und Wurmeiern einzuschränken und um die Leber zu entlasten (sinnvoll, weil durch starken Wurmbefall toxische Stoffe unter anderem auch über die Leber abgebaut werden). Wichtig ist auch, dass man zum Entwurmen nicht irgendein Antiwurmmittel kauft, sondern ein auf die Wurmart abgestimmtes Mittel verwendet.

Die Fütterung

  • Das Pferd sollte täglich 50-100ml kaltgepresstes Öl mit unter das gewohnte Futter bekommen. Hierfür eignet sich Leinöl, Distelöl oder Sonnenblumenöl. Die Pferde erhalten dadurch mehr Kalorien und werden etwas dicker. Das Fell erhält mehr Glanz durch die essentiellen Fettsäuren, die im Öl enthalten sind.
  • Synthetisches Mineralfutter sehr sparsam dosieren, damit die Leber nicht überlastet wird. 30-50 Gramm pro Tag (je nach Pferdegröße) ist meistens ausreichend. Lieber etwas mehr Heu verfüttern.
  • Täglich 5 Stunden Fresszeit für Rauhfutter oder Weidegang beachten, da sonst massive Magen-Darm-Störungen auftreten bei einem Pferd und dies zu Verwertungsstörungen des Futters führen kann.
  • Regelmäßiges entwurmen (ca. 2-4 mal im Jahr) sollte unbedingt eingehalten werden, da Würmer toxische Stoffe in den Magen-Darm-Trakt einbringen können und diese somit in den Organismus des Pferdes gelangen und auch die Leber stark belasten. Außerdem beeinträchtigen Würmer im Darm eine optimale Nährstoffverwertung des Futters.

Weitere Maßnahmen

  • Sinnvoll ist es darauf zu achten, dass das Pferd in der Herde genügend Rauhfutter oder Weidegras erhält, auch wenn es in der Rangordnung der Herde ganz am Schluss steht. Im Idealfall hat man pro Pferd einen extra Futterplatz oder einen extra Heuhaufen am Boden zum satt fressen.
  • Sollten alle Maßnahmen und Fütterungsverbesserungen keinen Erfolg bringen, dann sollte unbedingt ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Dieser kann das Pferd untersuchen auf eventuelle Kiefer-und Zahnprobleme, Darmerkrankungen, Infektionserkrankungen, chronische Schmerzen, auf Entzündungen und Geschwüre im Verdauungsapparat und andere Erkrankungen.


Copyright Deganius

Diese Seite steht unter dem Copyright von Deganius.